Fahrt nach Ushguli

  08:22 Uhr 

Nach einem üppigen Frühstück gehts noch mal nach Kutaisi. Zum einem Briefmarken kaufen und zum anderen auf den Markt um was fürs Mittags Picknick einzukaufen. Die Briefmarken sind riesig und Anja und Toni brauchen etwas um unsere 5 Postkarten zu bekleben, während ich im Auto, in zweiter Reihe stehend, auf der linken Seite sitzend so mache als wären wir gleich fertig.

Es geht zum Markt. Anja ist noch happy und wird gleich von einem Gewürzstand angezogen. Toni kauft Tomaten, Gurken und Käse, den ich probieren konnte. Dann Pfirsiche, Kirchen und was man so braucht. Am Walnussstand probieren wir drauf los, bis Anja entsetzt “ich glaub ich hab einen Zahn verloren” von sich gibt. 2-3 Tage zuvor hatte Sie wohl auf einen Hühnchenknochen gebissen und seitdem auch Schmerzen wenn Sie von innen an den Zahn kommt. Tja, nun war die Krone incl. wohl dem Rest raus gefallen. Toni findet den Zahn am Boden, was leider auch nicht mehr viel hilft. Es ist leider ein Zahn neben den beiden vorderen Schneidezähnen. Das sieht natürlich nicht wirklich gut aus, Anja versucht daher auch möglichst wenig zulachen damit es nicht auffällt.

Am nächsten Stand bekomm ich gleich ein kleines Glas mit ziemlich süßem Rotwein in die Hand gedrückt. Es ist erst 10:00 Uhr, aber was hilft es, ich trinke aus.

Dann noch zum Motoröl auffüllen, LPG und Benzin tanken und schon sind wir wieder unterwegs. Wunderbare Landschaft, hohe Berge rechts und links, meist mit Mischwald dicht bewachsen. Bilder mach ich aus dem Auto raus, teils auch durch die Frontscheibe. Jedesmal anzuhalten würde uns nie ankommen lassen.

Unterwegs kaufen wir noch Brot und dann geht es den Zagaro Pass hoch. Knapp über 2600 ist er hoch. Kurz vorher machen wir auf einem freien Platz rast. Tisch und Stühle aufgebaut, einem schnellen Salat zusammen geschnippelt und die Flasche Rotwein aufgemacht, mehr braucht es nicht.

Die Drohne geht an den Start. Scheint das ich mit ihr aber auf Kriegsfuß stehe.

Die Fahrt geht weiter, nun wieder etwas bergab nach Ushguli. Ushguli liegt auf fast 2200m Höhe und wird als höchstes Dorf Europas bezeichnet, das auch ganzjährig bewohnt ist. Bekannt natürlich auch durch die Wehrtürme, die es so nur hier in Swanetien gibt.

Wir beziehen die Unterkunft und machen uns einmal durch das Dorf. Enge, geschotterte Wege, auf denen Kühe, Pferde und auch manchmal ein Auto entgegen kommt. Das Wetter ist gut und der Blick auf den Schchara ebenso. Mit Toni erklimme ich nochmals den Hügel zur Kapelle und genießen das Lichterspiel der untergehenden Sonne.

Kaum in der Unterkunft gibt es auch schon Essen. Die Mutter unseres Vermieters kocht auf. Die Suppe vorweg ist lecker, ich verkneife es mir noch einen Teller zu nehmen, da es so sein wird wie immer und es soviel zu essen gibt, das es gerade so auf den Tisch passt. U.a. Gibt es Kubdari, ein Teigfladen der mit Hackfleisch gefüllt ist. Dann etwas das aussieht wie Spinat, allerdings wohl direkt aus dem Garten kommt, also kein Spinat ist. Auf Nachfrage holt die Köchin ein paar Blätter draußen direkt vor der Tür. Anja identifiziert es als “Guter Heinrich” oder auch “Melde”. Bei uns meist als Unkraut bezeichnet, aus dem aber auch Salat gemacht werden kann. Hier wird eben etwas wie Spinat gemacht.

Mal wieder Pappsatt. Es wäre noch Suppe da, ob wir noch was wollten? Wir lehnen dankend aa und Ordern den einheimischen ChaCha. Es kommt eine Karaffe zum selbst nachschenken. Wir machen sie nicht leer, gehen aber beschwingt zu Bett.

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