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Erster Abend in Batumi

  14:52 Uhr 

Unser erster Abend in Batumi steht bevor. Wir ziehen mit Toni los und gehen erstmal in einem kleinen Lokal was Essen. Danach durch die langsam dunkler werdende Stadt bis hin an die Promenade am schwarzen Meer. Rechtzeitig sind wir bei Ali & Nino, einer 8m hohen Metallskulptur, die zwei liebende unterschiedlicher Kulturen darstellt und die sich aufeinander zu drehen und schlussendlich kurz ineinander verschmelzen.

Wir besuchen kurz die Roof Top bar von “The Kitchen” auf dem Batumi Rooms Hotel und geniesen die Aussicht.

Einen Absager würden wir noch nehmen, aber alle Locations an denen wir vorbei kommen sind schon voll besetzt. So kommen wir kurz vor Mitternacht wieder am Hotel an und fallen totmüde ins Bett.

Für den nächsten morgen hab ich mit Toni ausgemacht das wir erstmal eine Runde schwimmen ins schwarze Meer gehen. Bin gespannt.

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Fahrt ans schwarze Meer

  13:36 Uhr 

Nach der Nacht in den original Betten der Napoleons geht es zum Frühstück. Der Prinz bedient uns persönlich. Er fragt ob wir Eier haben wollen, bemerkt dann aber das er sowieso nicht mehr genug Eier hat. Gut, ob wir dann statt dessen die Krautwickel mit Kartoffelpüree vom Vorabend möchten. Ja klar, ich fand sie ja lecker und warum dann nicht gleich nochmal zum Frühstück.

Er erklärt uns dann noch den Toaster, aber irgendwie bleibt der Toast nicht im Gerät und springt direkt wieder raus. Es stellt sich raus das es nicht am Toaster lag, sondern das der Strom auf dem ganzen Anwesen ausgefallen ist. Da wohl die Hauptleitung für die Stadt direkt hier vorbei geht ist es wohl auch in der ganzen Stadt der Strom ausgefallen. Der Gasherd geht ja noch und so gibts die Krautwickel auch warm.

Nachdem Anja am Vortag dem Prinz ein paar Ihrer Zeichnungen aus Ihrem Reisetagebuch gezeigt hatte, sollte Sie uns unbedingt auch in seinem Gästebuch verewigen. Gesagt getan. Der Prinz ist begeistert. Toni hatte mittlerweile unser Auto wieder vorbereitet und es könnte losgehen. Ich will aber unbedingt noch ein Gruppenbild von uns. Die Tochter des Hauses übernimmt meine Kamera.

Das Bild ist im Kasten und wir verabschieden uns bei Prinz Alain Murat und Prinzessin Veronique. Es geht weiter Richtung schwarzes Meer mit Ziel Batumi.

Erster Halt ist in Sugdidi am neugotischen Dadiani-Palast (Fürstenpalast der Dadiani-Dynastie). Wir laufen nur eine kurze Runde im Park und gehen nicht in den Palast selbst. Statt dessen soll es in den botanischen Garten des Palastes gehen. Aber Pech gehabt. Der Garten hat Montag und Donnerstag geschlossen. Was nun?

Toni hat eine Idee und will uns statt dessen eine Bananenplantage zeigen. Wir sind gespannt. Auf der Fahrt dahin sehen wir dann tatsächlich zum ersten Mal das schwarze Meer.

Wir erreichen den Bananenhain in Zichisdsiri, auch “Georgisches Bali” genannt. Er liegt etwa eine halbe Stunde von Batumi entfernt. Zu Fuß gehts weiter, etliche Stufen hinunter bis zum schwarzen Meer, an dem sich ein kleiner Badestrand befinden. Ziemlich coole Location.

Auf dem Rückweg machen wir Rast im “Kafe Banana”, quasi ein etwas größeres Kiosk. Es steht teils auf altem Gemäuer. Sensationell tatsächlich der Tiolettenraum. Von außen sieht es eher aus wie eine Ruine, und von innen cool her gerichtet.

Es gibt “Khachapuri Adjaruli”. Teig der zu einer Art Brot geformt ist und in der Mitte mit Käse gefüllt wird. Kurz vorm servieren kommt noch ein Ei auf den heissen Käse. Was soll ich sagen super lecker in einer sensationellen Umgebung.

Gut gestärkt machen wir uns noch auf zum botanischen Garten von Batumi. Toni bringt uns zum Eingang und wir machen aus, dass wir uns am der anderen Seite des Gartens dann wieder treffen. Gesagt getan, wir machen uns auf durch den Garten.

Anja bemängelt etwas, das es eher Bäume als Pflanzen zu sehen gibt. Kann man nichts machen. Auf einem der asphaltierten Wege kommen uns zwei Familien mit kleinen Kindern entgegen. Von uns aus steigt der Weg leicht an, aus der Richtung der entgegenkommenden fällt er leicht ab. Einer der Väter hat seine Tochter auf den Schultern. Keine 5 Meter vor uns stolpert er, kann sich mit dem Knie zwar abfangen, aber die Tochter schlägt übel mit dem Kopf auf. Der Blutfleck auf dem Weg ist deutlich zu sehen. Der Mann der zweiten Familie spurtet sofort los um Hilfe zu holen. Es sind genug Leute, also halten wirs uns raus und gehen weiter. Bei der nächsten Bank müssen wir erstmal Rast machen, da uns dass doch mitgenommen hat.

Am Ausgang suchen wir Toni, finden ihn aber erstmal nicht. Problem war das ich einfach gedacht hatte die Strasse rechts abzubiegen und nach ihm zu schauen. Er war schlußendlich aber da wo er gesagt hatte, direkt rechts nach dem Ausgang. Er hat die Zeit gemütlich beim baden verbracht.

Nun endlich gehts zu unserem Hotel. Wir können kurz ausruhen um dann später Batumi unsicher zu machen.

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Enguri und Skaduaschi

  14:37 Uhr 

Nach dem Frühstück fahren wir los. Heutiges Ziel ist Skaduaschi. Es geht auf kleinen Bergstrassen in wundervoller Landschaft entlang. Meist sind die Strassen asphaltiert, teils auch nicht, bzw. sind Baustellen. Jedenfalls kommen wir gut voran, auch wenn wir öfter mal kurz zum Foto machen anhalten. Wobei ich hier auch oft einfach aus dem fahrenden Auto heraus und auch direkt durch die Frontscheibe fotografieren.

An den Strassenrändern finden sich etliche Plätze die voll mit Bienenstöcken stehen. Teilweise mehr als 100 Stück. Wir halten bei einem an, bei dem eine Frau auch Ihre Erzeugnisse anbietet. Toni rät vom Kauf ab. Der Honig schmeckt hier wohl nicht ganz so gut. Jedenfalls stoppt noch ein Auto an dem Stand und wie sich raus stellt ein Paar aus Deutschland. Die beiden haben Ihre Reise mit dem Mietauto wohl etliche Monate lang geplant. Und ganz grob fahren sie die gleichen Ecken an wie wir auch.

Es geht durch das Enguri Tal und dort dann auch an die Enguri-Staumauer. Mit Ihrer Größe ist sie weltweit unter den Top 5. Insgesamt 750m breit und knapp über 271m hoch. Besuch der Mauer kostet Eintritt. Es gibt ein kleines Kino, das zeigt wie der Bau von statten ging. Vorher waren wir in den falschen Eingang gegangen und ich mache eher unerlaubt ein Bild von einem Zimmer, was aussieht wie vor 50 Jahren.

Toni erklärt noch das beim Bau wohl viel Beton verschwunden ist. Als heraus kam das er gestohlen wurde um die eigenen Häuser im Ort zu bauen, wurde wohl darüber hinweg gesehen.

Für 20€ gibt es eine ZIP Line die vor der Staumauer entlang geht. Erstmal die Kamera gecheckt, wie ich damit Filme und dann wage ich die Fahrt. Im Sitz bekomme ich doch Zweifel, es ist ja doch ziemlich hoch. Frage auch ob ich nicht doch wieder aussteigen könne, werde aber nicht verstanden und bekomme nur sowas wie ein ja geht gleich los.

Ab geht’s! Kaum über der Kante ist es wie Sessellift fahren. Keine Angst mehr. Es macht voll Laune. Am anderen Ende wartet ein Auto und fährt uns über die Staumauer zurück.

Das Wasserkraftwerk erzeugt knapp 40% des georgischen Stroms. Der Strom dort im Gebiet ist wohl auch kostenlos. Das hat natürlich zur Folge das etliche begonnen haben Crypto Mining mit dem kostenlosen Strom zu machen. Das ganze ist mittlerweile verboten, aber es werden immer wieder illegale Crypto Farmen entdeckt.

Weiter gehts nach Skaduaschi. Wir sind schon sehr gespannt, da die Übernachtung im Gästehaus Chateau Scadouache ist. Es wird von einem französischen Prinzenpaar mit georgischen Wurzeln betrieben. Der Prinz stammt aus der Napoleon Dynastie.

Wir werden herzlich empfangen und der Prinz (bereis 83 Jahre alt), führt uns durchs Haus und erklärt uns wer alles auf den Gemälden zu finden ist. Schlußendlich zeigt er uns unsere Zimmer. Die Betten in den wir schlafen dürfen stammen natürlich von Napoleons. Es gibt eine kleine Einschränkung. Es ist Sonntag und die Wasserpumpe für das Haus bzw. das ganze Anwesen ist ausgefallen. Reparatur erst den nächsten Tag. Damit entfällt das duschen und bei der Toilette behelfen wir uns mit dem bereitgestellten Wasser Vorrat.

Vor dem Abendessen gibt es noch einen Wein als Aperitif mit Käsechips. Dann nehmen wir am original Tisch von Napoleon Platz und zwar in einer genau festgelegten Sitzordnung. Neben dem Prinz und seiner Frau, ist auch noch die Tochter mit drei Ihrer Kinder zu Gast. Die einzelnen Gänge werden ebenfalls in einer festen Reihenfolge aufgetischt. Erst Anja, dann die Tochter mit den Kindern, dann die Prinzessin, schließlich ich und Toni und zum Schluß der Prinz selbst. Hauptgang sind Krautwickel mit Kartoffelpüree.

Nach dem Essen geht es nach Nebenan in den Anbau auf einen Wein bzw. auch auf einen sehr milden TschaTscha. Die Terrasse mit Blick über das Tal eignet sich auch perfekt um den Sonnenuntergang zu geniesen. Einzig störend das in etwas 4 km Entfernung eine russischen Militärbasis zu sehen ist. Diese befindet sich im georgischen Abchasien, welches seit August 2008 unter permanenter russischer Militärpräsenz steht.

Der Prinz erzählt an dem Abend noch zahlreiche Geschichten aus seinem Leben und dem seiner Vorfahren.

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Mestia

  13:48 Uhr 

Beim Frühstück gibt es noch Lunchpakete für uns. Da wir ja nicht wandern futtern wir einen Teil davon direkt weg. Danach sitzen wir noch eine Weile im sonnigen Hof und schreiben unsere Reiseberichte.

Es geht weiter von Iprali nach Mestia. Insgesamt nur ein paar Kilometer. Also weniger als eine Stunde Fahrt. Wenn man denn nicht öfter zum Fotografieren anhält.

Wir halten kurz am Turm der Liebe. Ein gut 400 Jahre alter georgischer Wehrturm, der auf einem Felsen im Fluss Enguri steht. Ein junges Paar aus unterschiedlichen Verhältnissen durfte nicht zusammen kommen. Der legende nach baute der Verliebte dann diesen Turm und zog sich dahin zurück.

Wir besuchen das Ethnografische Museum in Mestia. Das Museum ist recht gut gemacht. Im Gegensatz zu drei Frauen schauen wir uns die Ausstellungsstücke auch an. Vielleicht nicht sehr ausführlich, aber immerhin. Die drei Damen dagegen scheinen sich gar nichts anzusehen, sondern schauen nur auf Ihre Handys und rennen quasi filmend von Raum zu Raum. Wie gestört muss man eigentlich sein.

Anschliessend geht es hoch zu den Heshkili Huts. Quasi ein Campingplatz mit einer Holzterrasse und einem wunderbaren Ausblick. Es gibt für jeden einen Cappuchino. Dort gibt es auch eine große Schaukel direkt bevor es den grünen Abhang runter geht. Ein sehr beliebtes Fotomotiv. Da einiges los ist, stelle ich mich nicht an um zu schaukeln.

An der Terrasse auf der wir sitzen kommen etliche Minuten versetzt Jogger/Läufer an. Wir denken erst das da vielleicht ein Marathon oder Triathlon zu Gange ist.

Rechtzeitig sind wir im Hotel Shgedi in Mestia. Das Zimmer ist riesig. Ich nutze die Zeit wieder mal Bilder zu sichern, danach gehts zum Abendessen im Hotel. Es sind viele Chinesen dort, die wohl alle einer Reisegruppe angehören. Das Essen ist daher auch etwas auf die Chinesen zugeschnitten. Zumindest eine Frau hat aber Ihren eigenen größeren Topf mit Instant Nudeln dabei, den sie statt dem Hotel Essen bevorzugt.

Bevor es dunkel wird laufen wir noch nach Mestia rein. Dann durch den Ort und etwas über dem Ort über eine Kuhwiese mit schönen Ausblick über den Ort zurück. Hab natürlich Strassenschuhe an und bin von dem Offroad Ausflug nicht so wirklich begeistert.

Im Ort klärt sich auch auf, das die Läufer und Läuferinnen beim Mestia Ultra, einem Trail running Event teilnehmen. Die extremste Stecke ist etwas über 100km lang mit 5900m Höhenunterschied. Kaum zu glauben aber der schnellste schaffte das in etwas mehr als 9 Stunden.

Wir holen uns im Supermarkt ein paar Getränke und setzen uns an den Zieleinlauf. Ziemlich dunkle Wolken ziehen auf und schlussendlich geht ein Gewitter auf uns nieder. Toni opfert sich und läuft alleine zum Hotel zurück um den Bus zu holen. Dafür nochmals vielen Dank!

Die Nacht wird laut. Nicht die chinesischen Reisegruppe, nein wohl eine georgische Frauenclique macht Nachts einen Höllenlärm im Hotel als sie zurück kommen. Bin kurz davor im Hotelflur mal einen Schrei los zu lassen. Bleib schlussendlich doch im Zimmer und leg mich wieder hin.

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Schchara Gletscher

  15:51 Uhr 

Es gibt sehr viel leckeres Frühstück. Danach geht es nochmals durchs Dorf. Vorher können wir mit dem Bruder des verstorbenen Künstler noch einen Blick in das Art Museum werfen. Zu Lebzeiten hat der Maler versucht seine Bilder für ein paar Lari hier in Ushguli an der Brücke zu verkaufen. Er wurde zwar zu Lebzeiten noch bekannt, allerdings sind seine Arbeiten erst nach seinem Tod einiges mehr Wert geworden. Der Bruder ist nun offiziell Eigentümer der Bilder, wird aber bis auf weiteres nichts verkaufen.

Im Dorf gehen wir noch ins Ethnologische Museum. Ein altes Haus mit der damaligen Einrichtung. Quasi im unteren Teil fürs Vieh und darüber direkt die Schlafstätten der Bewohner. Leider geht das Licht im Haus gerade nicht, womit wir uns mit den Lampen unserer Telefone behelfen müssen. Naja, so ist der Eindruck wie es früher war nochmal authentischer.

Wir laufen zurück, Toni nimmt eine Abkürzung um das Auto zu holen, wir machen eine kurze Rast in einem kleinen Café. Hier gibt’s auch Honig, den Anja auch gleich mitnimmt.

Bis zum Gletscher sind es einige Kilometer. Viele laufen das. Nachdem aber auch ein paar LKWs den Schotterweg dorthin genommen haben, schlägt Toni vor Mal zu probieren wie weit wir mit dem Auto kommen (nur 2 Rad angetrieben, kein Allrad). Es klappt ganz gut. Unterwegs sind massiv viele Bunte Blumen auf den Wiesen. Ein toller Anblick. In etwa so wie bei uns die blühenden Mohnfelder, nur halt in Bunt.

Wir schaffen es in der Tat bis zum letzten Anfahrbaren Punkt. Toni verteilt Wanderstöcke an uns, ich geb ihm den kleinen Rucksack mit der Drohne. Selbst bin ich mit zwei Kameras behängt. Der erste Wegweiser sagt 55 Minuten. Ich bin froh über den Wanderstock und arbeite mich Schritt für Schritt voran. Wandern ist nicht meins.

Würde behaupten das wir gut eineinhalb Stunden gebraucht haben um zum Geröllfeld zu kommen. Anja will nich ganz an den Gletscher, sie ist bereits happy über die vielen Blumen, die sie auf dem Weg fotografiert hat. Na gut, ich lass ihr eine Kamera da und Stiefel weiter.

Endlich geschafft. Fast dran an der Gletscherzunge. Ran ans Eis ist zu gefährlich. Zum einen fallen immer wieder Steine herab und zum anderen könnte der Gletscher auch kalben. Und da wären wir eigentlich schon zu dicht dran.

Auf einem Fels steht jemand und lässt seine DJI Neo 2 Drohne um sich kreisen. Toll so hatte ich mir das auch vorgestellt. Also bring ich die Mimi 5 Pro an den Start. Starten geht schon fast schief, da ein Strassenhund an kommt und nach ihr schnappen will. Scotty Energie. Grad so geschafft dem zuschnappen zu entkommen.

Mache vorsichtshalber manuell Bilder von der Umgebung und fliege über den Gletscher. Dann wage ich doch eine der automatischen flugmanöver auszuprobieren. Die Drohne fliegt Vollgas von mir weg, das Kamerabild dreht sich auf den Kopf. Mittlerweile ist der Neo 2 Pilot bei mir und meint nur das sie wohl gecrasht ist. Der Home Button rettet mich bzw. die Drohne.

Keine Ahnung wie dämlich ich mich anstelle. Wenn ich was auswähle soll ich markieren um was die Drohne fliegen soll. Irgendwie ist dann auf dem Kontroller aber ein erklärbild und verdeckt mich. Ich drück nochmals Start. Drohne donnert wieder Vollgas los, diesmal direkt auf die Gletscherwand zu. Puls 200. Der Neo Pilot meint, oh das ist sehr dicht dran. Oh Mann, welcher Hebel mach nun was? Home rettet mich wieder und ich lande sie wohlbehalten.

Thema Drohne hat sich damit erledigt. Zum einem seh ich sie durch mein lädiertes Auge kaum wenn sie etwas weg ist und zum anderen hatte ich vorm Urlaub keine Zeit mit Ihr zu üben. Meist hab ich auch ein ungutes Gefühl wenn ich sie fliegen lasse, da doch der ein oder andere immer mal grimmig schaut. Verständlich wenn an so schönen Orten ständig ein Summen von den Drohen in der Luft ist. Ist zwar hier recht entspannt. Meist sind Drohnen an Kirchen, Klöstern etc. auch verboten. Teils halten sich die Leute nicht dran. Gibt auch oft Lokale Drohenflieger, die hier stehen und anbieten von Dir ein Video zu machen. Ob die eine Ausnahme Genehmigung haben kann ich mir fast nicht vorstellen. Egal, ich schweife ab.

Irgendwann ist der Rückweg geschafft. Bin ein paar mal umgeknackst, aber die hohen Schuhe haben mich gerettet. Am Auto gibt’s Pfirsiche und Kirschen zur Regeneration. Wandern wird nicht meins. Zurück mit dem Auto den Offroad Weg nach Ushguli und ein paarmal angehalten um die bunten Blumenwiesen zu fotografieren. Welche Farbenpracht!

Und dann passiert es, der Titel für meinen Georgien Vortrag erscheint mir :smiley: Na dann ist der Rest ja kein Problem mehr. Hoffe ich komme wirklich dazu!

Zur nächsten Unterkunft nach Iprali sind es nur so 15 km. Die Unterkunft selbst zu finden wird etwas schwierig. Eigentlich soll ein Asphalt Weg dorthin gehen. Sowas gibt’s hier aber nicht. Der Feldweg der richtig sein könnte ist mit einem Tor abgesperrt. Toni fragt sich durch. Wir sind Richtig. Einfach das Tor aufmachen und hoch fahren. Gesagt, getan. Etliche Serpentinen geht es nach oben. Die Eigentliche Unterkunft liegt dann nochmals etwa tiefer als dieser Hauptfeldweg. Der Weg dahin geht recht steil bergab, okay Toni wagt es. das arme Auto.

18:50 Uhr endlich angekommen. Kurz ins sehr kleine Zimmer, Gemeinschaft Bad übern Hof. 19:00 Uhr Abendessen. Ist halt eine Wanderer Unterkunft. Da geht es recht einfach zu. Das Essen ist okay, die Trinkwasser Karaffe füllt sich jeder selbst aus dem Wasserhahn im Speisezimmer. Generell kann ich sagen das wir durch Wasser aus Quellen am Straßenrand, Trinkbrunnen in diversen Städten oder sonst wo keinerlei Probleme gehabt haben.

Toni schlägt nach dem Essen vor nochmals etwas höher zu laufen um den Sonnenuntergang mit Bergpanorama zu beobachten. Außerdem hätten wir ja noch ne Flasche Wein vom Picknick. Prinzipiell könnte man auch mit dem Auto fahren. Wir sind dabei :smiley:

Schlussendlich landen wir in Khalde. Ein kleines Bergdorf das 1876 vom Militär des russischen Kaiserreich komplett dem Erdboden gleich gemacht wurde nachdem die freien svanetischen Bergbauern sich strikt weigerten, sich den zaristischen Gesetzen und Abgaben zu unterwerfen.

Khalde hat etliche Ruinen und mittlerweile einige Cafés für die Wanderer die hier durch kommen. Wir laufen einmal durch das kleine Dorf und steigen zur alten sehr kleinen Kirche hoch. Irgendwann knackst der linke Fuß um und ich fange mich mit dem rechten Knie auf dem Gras ab. Glücklicherweise hat nur die Hose einen Grasfleck. Ich bin okay. Leider stellt sich später raus das ich mir dabei drei Sprünge in das Schulterdisplay einer Kamera eingehandelt hab. Noch geht alles, also erstmal kein Problem. Der Nikon Service Frankfurt wird es hoffentlich richten können.

Es geht wieder zurück. Bevors den Steilweg zu Unterkunft hinunter geht holen wir nochmals die Stühle aus dem Auto, trinken Rotwein und genießen den Himmel mit ein paar Wolken während die Sonne bereits untergegangen ist.

Ein harter und langer Tag geht zu Ende.

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