Fähr Überfahrt

Heute früh beim Frühstück haben wir das andere Paar getroffen, welche gestern auch den Hausherr gesucht haben. Beide sind aus Neufundland und fahren ebenfalls heute mit der Fähre. Sie machen eine Rundreise und kommen unter anderem bei den Niagara Fällen vorbei.

Zum Frühstück gibs Eier mit Bacon und ein Fish Cake (wörtlich Fisch Kuchen, eher aber Fischfrikadelle). Ich bin ja eh nicht so der Marmeladen Esser, aber die Marmeladen heute früh waren mir doch etwas zu sauer. Gut, wer es mag. Jedenfalls hat das verziehen meines Gesichts für einige Lacher gesorgt. Anja fand dagegen die Fischfrikadelle zum Frühstück etwas zu außergewöhnlich.

Ab gehts zur Fähre. Auf dem Warteparkplatz treffen wir Debbie und Tom wieder. An Ihrem Camper hängt hinten ein Jeep dran. Solche Gespanne sieht man hier öfter.

Das ausführen von Kartoffeln ist verboten und wird auch kontrolliert. Bei einigen Autos werden die Reifen abgesprüht und gereinigt. Bei uns nicht. Auto auf der Fähre abstellen und alles mitnehmen was man braucht, da man bei der Überfahrt nicht mehr ans Auto darf.

Wir holen uns einen Kaffee (sowas wie Capuccino oder Espresso sucht man vergeblich). Danach geht es knapp eine Stunde lang aufs Sonnendeck. Dann zurück in die Sessel neben dem Cafe mit einem Sandwich zum Mittag.

Endlich mal Zeit die Blogeinträge der letzten Tage zu schreiben. Hat auch was.

Debbie und Tom kommen vorbei und wir gehen in die Launch zwei Stockwerke höher. Anja hatte gestern Abend schon eine Liste mit den Sehenswürdigkeiten und Restaurants von Hamburg geschrieben, die wir jetzt durchgehen. Die beiden befinden sich im Ruhestand und Reisen nun umher. Ende August fliegen Sie nach Europa und mach dort eine größere Rundtour. Wir tauschen uns aus wo wir schon in Europa waren und was wir empfehlen könnten. Sie geben uns Tipps für unsere letzten Tage in Nova Scotia.

Es kommt, wie es kommen mußte. Ich schlage Tom vor, doch seinen Flug nach Europa zu streichen und dafür exclusiv mit der Moby Dick III von Halifax nach Irland über den Atlantik zu fahren. Er ist begeistert und würde das sofort machen, aber seine Frau kann die Begeisterung nicht ganz teilen, sofern das auch die Planung der beiden komplett über den Haufen werfen würde. Wir tauschen noch unsere Kontaktdaten aus. Und man weiß ja nie, vielleicht sehen wir uns irgendwo in Europa.

Im Bord Fernsehen wird das Spiel Frankreich - Belgien übertragen. Ich tippe weiter Blogeinträge, bis der Akku leer ist. Mittlerweile hab ich eine Steckdose gefunden und in knapp einer Stunde legen wir an.

Fahrt nach Port aux Basque

Heute ging es dann runter nach Port aux Basque, wo wir morgen die Fähre nach Nova Scotia nehmen und uns von Neufundland verabschieden.

Frühstück war der Hammer. Sowohl was das Essen anging, sowohl pochierte Eier, Speck als auch Hashbrowns (Bratkartoffeln im Würfelform), als auch was die Leute am Frühstückstisch anging. Alle einen Tick älter als wir und bereits in Rente, aber bei allen könnte man meinen sie seien nur noch in der Welt unterwegs. Den Knaller landet einer der Damen, als sie auf die Uhr blickt, wohlgemerkt beim Frühstück, und meint: “Oh, bereits viertel vor neun, Zeit für mein Schläfchen”.

Es heißt Abschied nehmen. Dreieinhalb Stunden Autofahrt liegen vor uns. Erster Zwischenstopp ist der Leuchtturm am Cape Anguielle. Angelockt durch ein Hinweisschild des Lighthouse Inn, dachten wir dort gäb es auch eine Kleinigkeit zu Essen oder zumindest einen Kaffee. Nichts von beidem. Das Lighthouse Inn ist nur ein Bed & Breakfast und es wird dort nichts serviert.

Leuchtturm am Cape Anguielle

Wir landen im örtlichen Laden, der nahezu alles anbietet. Von Lebensmittel über Baumarkt Artikel, bis hin zu Musikinstrumenten aller Art. Wir greifen uns zwei Sandwiches, die laut der Verkäuferin jetzt gut eine Woche alt sind, und was zu trinken. Mal schauen ob wir ein geeignetes Plätzchen für unser Mahl entlang der Strasse finden.

Zunächst finden wir eine sehr bunte Garage, wo jemand Sachen aus den 50er zusammen getragen hat. Hauptbestandteil ist sein Oldtimer, mit dem er schon etliche Preise abgeräumt hat. Wer anhält und in seine Garage kommt, ist quasi gefangen, denn ein Schild weisst darauf hin, das man doch als Familie 10 Dollar spenden soll, damit er seine Arbeit fortsetzen kann. Nun gut, was bleibt uns übrig.

Oldtimer Garage

Schlußendlich essen wir unsere Sandwiches im Auto an einem Sandstrand, wo drei Angler halb im Wasser stehen und Ihr Glück versuchen. Sie gehen auf Meeres Forelle (Sea Trout). Es wär dieses Jahr aber ein sehr schlechtes Jahr. Und alles was an Fischen da gewesen wäre, hätten sich die Robben geholt.

Angler
Sandstrand

An unserem Zielort in Port aux Basque suchen wir unsere Unterkunft, können sie aber nicht finden. Wir müßen eh tanken und fragen an der Tankstelle nach dem Weg. Irgendwie werden wir dahin geschickt, wo wir schon waren. Gut, nächster Versuch.

Wir finden unser B&B Right of da Boat. Das ganze Haus steht offen, was hier üblich ist, und es ist niemand zu finden. Ich schau mich überall um. Da es gerade 15 Uhr ist und wir laut Reservierung erst ab 16 Uhr anreisen können, drehen wir noch eine Runde.

Unser Weg führt uns ins Visitor Center. Dort gibt es die entsprechenden Infos, eine Karte, sowie leckere Bonbons. Isle aux Morts sieht nicht schlecht aus und ist auch nicht ganz so weit, also fahren wir erstmal da hin und ich mache ein paar Bilder.

Right of da Boat Unterkunft der zweite Versuch. Auch gegen 16:30 Uhr noch das gleiche Bild. Haus offen, aber niemand da. Ich such im Haus das Telefon, um damit quasi hier anzurufen und zu sagen wir seien da. Gute Idee, macht halt wenig Sinn, da ja niemand zu Hause ist :smile: . Anja bemerkt, das in dem zweiten Visitenkartenständer, mit einem Sanitär und Heizungsladen, der gleiche Name angegeben ist, wie für unser B&B. Und das dort eine mobil Nummer zu finden ist. Der Anruf klappt dann und wenige Minuten später ist George da, und zeigt uns unser Zimmer. Nun ja, wir hatten schon schönere Zimmer. Das Right of da Boat liegt quasi am Rande des Industriegebietes, bzw. da wo alle Autowerkstätten angesiedelt sind. Laut Beschreibung hätten wir Bergblick. Ist aber eher ein Hügel.

Kaum war George wieder weg, klopft es bei uns an der Tür. Weitere Gäste mit dem gleichen Problem wie wir. Keiner zu Hause. Ich sag Ihnen Sie sollen die Nummer auf der Visitenkarte anrufen, die sie im Haus finden. Gleicher Spaß wie bei uns. Es klingelt halt im Haus, wo keiner zu Hause ist.

Als die anderen gerade wieder wegfahren wollen, geh ich nochmals raus und erklär, das Sie den Sanitär Menschen auf dem Handy anrufen sollen. Nachdem Sie erst seinen Partner erwischen klappt es endlich.

Zum Essen ist es noch etwas zu früh, womit wir nach Margaree fahren. Die Landschaft hier sieht fast so aus wie in den schwedischen Schären.

Fast wie in den Schären

Wenige Fotos später geht es weiter ins Seashore Restaurant. Anja nimmt Salat vorweg, und ich Cod Tongues (Kabeljau Zungen). Hauptgang ist ein gemischter Meeresfrüchtekorb, sowie eine Fischermanns Platte, jeweils mit Pommes Frites. Beides war nicht schlecht, aber viel zu viel. Dessert ist demnach auch entfallen.

Wir bezahlen und werden beim gehen auf englisch angesprochen, ob wir aus Hamburg kommen. Auf Anja’s Tasche steht nämlich Hamburg. Wir klären die Situation und lernen Debbie und Tom aus Indianapolis kennen. Sie sind hier mit Ihrem Camper unterwegs. Ende August fliegen Sie nach Hamburg und wollten nun wissen was man dort machen kann. Zufällig nehmen sie morgen die gleiche Fähre wie wir. Wir verabreden uns daher für morgen auf der Fähre.

In der Stadt ist eine öffentliche Bühne, auf der jeden Abend Musik ist. Daneben ein paar Verkaufsstände, die aber gegen 20 Uhr schon alle geschlossen hatten. Erst laufen wir ins Ort, dann nehmen wir doch wieder das Auto und fahren noch zu dem einen Leuchtturm. Nach ein paar Bildern geht es dann zurück in unser B&B.

Bühne in Port aux Basques
Leuchtturm

Western Brooke Pond

Gestern, bzw. heute Nacht ging es ja nochmals raus zum fotografieren.

Erste Fotostopp war erneut am Leuchtturm. Ich wußte nicht, das der Leuchtturm noch in Betrieb ist, und so funkte mir das Leuchtturmlicht das ein oder andere mal dazwischen. Dann noch runter an das andere Ende der Stadt und dort am Ufer nochmals probiert. War ganz schön windig.

Gegen 01:00 Uhr war dann die wohl verdiente Bettruhe.

Heute früh dann sensationelles Frühstück und viel Spaß mit den restlichen Gästen. Wir hatten gestern schon die Bootstour auf dem Western Brooke Pond gebucht. Ablegen 11 Uhr, vom Parkplatz bis zum Boot laufen ca. 45 Minuten und Fahrt bis zum Parkplatz gut 30 Minuten. Kurzum 09:30 Uhr Abfahrt von unserer Unterkunft.

Der Pond ist oligotroph, heißt soviel er ist so sauber, das dort nichts im Wasser wächst und sich dementsprechend auch keinerlei Getier in dem See befindet. Das ganze sieht aus wie in einem Fjord mit steilen Felswänden rings um das eine Ende. Noch bevor einer der Tourguides sagen konnte, das auf dem unteren Deck mit Spritzwasser zu rechnen ist, waren die meisten bereits geduscht. Starker Wind von vorne tat hier bei recht niedrigen Wellen sein übriges.

Die Fahrt dauerte gut 2 Stunden. Absolut lohnenswert. Zum Abschluß gab es noch Neufundländische Musik. Einer der Tourguides, K J, hat grad seine neue CD raus gebracht und ist wohl auch auf Youtube zu finden. Jedenfalls hat er mit der Gitarre über die Bordlautsprecher ein Konzert gegeben. Die Kinder an Bord wurden eingespannt mit Musik Löffeln mit zu machen. War gar nicht schlecht.

Nach einem Cheeseburger am Anleger gings dann zu Fuß wieder zum Parkplatz und dann weiter zu den Table Lands. Bei den Table Lands sind Teile des Erdmantels direkt an der Oberfläche. Normal kommt erst die Erdkruste und dann der Erdmantel. Durch starke Verwerfungen hat sich das hier aber vor endlos langer Zeit mal leicht verschoben. Erneut rund 3 km zu Fuß. Hier auch mit ordentlich Wind, das es einen fast von den Füßen geweht hat.

Zurück am Auto sahen wir die Strasse runter etliche Autos anhalten. Bestimmt irgendwo ein Tier zu sehen. Obwohl die falsche Richtung, erstmal hin gefahren. Und tatsächlich. In einiger Entfernung graste ein Caribou. Wäre das Thema auch erledigt.

Nach den Anstrengungen des Tages schleicht sich Müdigkeit bei mir ein. Zeit was zu Essen. Wir landen im Restaurant Chanterelles im Sugarhill Inn in Norris Point. Es gibt Shrimps mit Paprikagemüse vorweg, bzw. nach dem BBQ Pork Gruss aus der Küche, und als Hauptgang Whisky Glaced Lachs von der Planke. Dessert war ein Cheese Cake mit Preiselbeeren und eine Apfelstrudel mit Vanille Soße. War alles sehr gut.

In der Unterkunft dann noch mit einer Flasche Wein im Aufenthalts Wohnzimmer nett mit ein paar anderen Gästen unterhalten.

Fahrt nach Rocky Harbour

Kurz ein paar Worte in eigener Sache: Ich hätte eigentlich gleich gerne die entsprechenden Bilder mit in meine Artikel mit eingebaut. Aber es reicht von der Zeit einfach nicht. Wir sind die ganzen Tage über unterwegs. Abends was Essen, evtl. noch etwas durch die Gegend fahren und dann in die Unterkunft. Dort von allen Kameras die Bilder sichern und schnell mal alle durchschauen, Artikel schreiben und alle Links dazu raus suchen und schwups ist es dann so spät, das es für Bilder einbauen nicht mehr langt. Zwar doof, aber die Bilder werd ich später alle einbauen und auch auf einer Seite alle Bilder gesammelt zeigen. Mittlerweile sind es übrigens schon fast 3000 Bilder. :smile:

Weiter gehts, wieder Richtung Süden, um ganz unten die Fähre nach Nova Scotia zu nehmen. Erster Stopp wird Rocky Harbour werden.

Beim Frühstück erzählt mir mein Tischnachbar, das er früh morgens in Rocky Harbour auch Nordlichter gesehen hat. Dann bin ich ja mal gespannt.

Das erste was uns während der Fahrt in Auge fällt ist ein sehr schiefes Haus. Bzw. eher ein Schuppen, den wir schon auf der Herfahrt erblickt hatten. Also erster schneller Fotostopp.

Wir liegen gut in der Zeit und biegen nach Cow Head ab. Den Leuchturm finden wir nicht wirklich. Scheint wohl auch nur zu Fuß in 45 Minuten zu erreichen. Zurück halten wir am Abzweig an einem Imbiss für eine Kleinigkeit. Hier gibt es Moose Burger, die wir natürlich probieren. Schmeckt grob wie ein normaler Burger. Das Fleisch ist aber etwas trockener. Dazu gibt es Pommes Frites. Zu den Pommes muß man sagen, das die hier nirgends besonders waren. Eigentlich sind sie immer total labbrig. Außen dunkel braun und ihnen grad mal kurz über roh. Ordentlich Essig drüber, wie das hier üblich ist, dann passt das auch.

In Rocky Harbour machen wir einen kurzen Stop am Anchor Down B&B und checken ein. Laut der Information auf dem Bett wird das Anchor Down B&B von Dave (the Slave), Vera (the Boss) und May (the Maid) betrieben. Schonmal sehr witzig.

Nächster Stopp ist das Visitor Center. Dort lösen wir das für Park Ticket, sozusagen die Eintrittskarte für den Gros Morne National Park. Ein Prospekt für den Park zeigt zwei Nachtaufnahmen mit Sternenhimmel, eine davon sogar mit Nordlichtern. Ich frage wo die Bilder gemacht wurden, und die Antwort war, das ein Bild definitiv auf Berry Hill gemacht worden wäre. Der Berg/Hügel soll wohl zu einem Lichtreservat gehören. Also einem Gebiet, was frei von künstlichen Lichtquellen ist, bzw. auch entsprechend weit entfernt ist.

Damit steht eines der nächsten Ziele fest. Zuvor geht es noch nach Norris Point. Hier gibts oberhalb einen Aussichtspunkt, an den man wunderbar auf Norris Point schauen kann. Als wir an dem Aussichtspunkt halten ist dort gerade eine Hochzeitsgesellschaft zu gange. Von Norris Point gehen ebenfalls Boot Touren zum Whale Watching weg. Leider haben wir hier nur zwei Übernachtungen.

Neben Berry Hill gibts auch noch Berry Pont, einen See. Die Parkwächterin meinte Berry Hill würde mit der Aussicht wesentlich mehr bieten. Es seien auch nur so 20 Minuten zu Fuß. Zum See dagegen wäre es um einiges weiter. Nun gut, das komplette Gerödel incl. Stativ geschnappt und hoch auf den Berg. Ein schmaler Fußweg, teils mit angelegten Stufen führt uns Bergauf. Irgendwann teilt sich der Weg. Wie sich zeigt führt ein Rundweg um den Hügel herum. Dort gibt es dann 4-5 Aussichtspunkte. Leider bei allen immer ein paar Äste davor. Dort den Sternenhimmel so richtig zu sehen, dürfte eher schlecht möglich sein. Ich hatte ehern gehofft, dass der Hügel ganz oben einen Aussichtspunkt hat. Damit war dann die Nachtbesteigung von Berry Hill endgültig abgehakt.

Am Rand des Pfades auf den Hügel stand zumindest mit dem Frauenschuh eine sehr seltene Orchidee.

Da Leuchttürme immmer ein willkommenes Ziel sind ginges auch hier wieder zum örtlichen Lighthouse. Am Parkplatz lief mir doch tatsächlich mit einem Karnickel noch ein weiteres wildes Tier vor die Linse.

Abendessen gabs im Java Jack’s. Wir hatten zwar nicht reserviert, was normal unbedingt zum empfehlen ist, bekamen aber trotzdem direkt einen Platz. Ist mit zwei Personen auch etwas einfacher kurzfristig was zu bekommen als mit 4-5 Leuten.

Das Getränk unserer Wahl war dieses mal kein Bier sondern ein Weisswein. Die Vorspeisen waren einmal mehr ein Seafood Chowder und ein Caesar Dinner Salat. Hauptspeise war erneut Cod, also Kabeljau. Diesmal unbestritten der beste, den wir je hatten. Hinterher noch ein Sticky Toffee Pudding und eine Vanilla Creme Brulee.

So, gegen 0:00 Uhr ist Sterne fotografieren angesagt. Mehr dazu dann morgen.

Cape Norman

Der gestrige Tag fing mit Regen an. Zuerst ging es hier wenige Meter weiter ins Norstead Viking Village. Für eine Führung hatten wir allerdings aufgrund des Regens nicht recht Lust. Also beschränkten wir uns in dem Visitor Center auf die Suche nach einer Landkarte der Umgebung. Damit ausgestattet ging es dann per Auto weiter.

Ziel war das Cape Norman Lighthouse, was der nördlichste Leuchtturm von Neufundland ist. Anfahrt war leicht abenteuerlich auf einer breiten Schotterstrasse. Es war auch nicht ganz klar ob es der richtige Weg war, und ob man da wirklich fahren durfte. Landschaft recht karg nur Felsen und Geröll. Bei dem regnerischen Wetter also alles mehr oder weniger grau in grau.

Direkt am Leuchtturm kam auch gleich der Leuchtturmwärter auf uns zu und ich dachte schon jetzt gibts eine Belehrung. Aber nein, ganz im Gegenteil, er fing direkt an sich mit uns zu unterhalten. Wo wir denn her kämen, oh aus Deutschland, ja das hätte er schon am Akzent erkannt. Er käme ja direkt aus der nächsten Gemeinde hier. Ah ja, erwiederte ich, das hätte ich ebenfalls an seinem Akzent erkannt. Herzhaftes lachen.

Er kümmert sich hier um die Technik und ist wie die meisten hier sonst als Fischer unterwegs. Wir fragten Ihn nach den Gärten, die wir hier überall entlang der Strasse gesehen hätten. Die haben hier alle und ziehen sich dort Ihr komplettes Gemüse. Die Gärten sind so weit von der Küste weg, weil es dort wärmer ist und die Erde dort meist besser bzw. überhaupt welche vorhanden ist.

Er selbst hat 8 solcher kleiner eingezäunter Gärten. Das Gemüse wird dann in den Root Cellar eingelagert. Unterirdische Keller, quasi unser Kartoffelkeller.

Er meinte noch das manchmal viel los sei am Leuchturm. 20-25 Leute am Tag. Manchmal kämen aber auch nur 8 Leute. Ich schlug ihm vor, doch ein Kaffe dort aufzumachen. Wäre ja eine coole Location, grad mal 18 Meilen von Labrador weg, was man von hier aus auch sehen kann. Bei Nebel allerdings mit Vorsicht zu geniesen, da hier auch zwei Nebelhörner postiert sind, die automatisch bei geringer Sicht los legen. Wir verabschieden uns und fahren die Schotterstrasse zurück.

Irgendwo soll hier ein altes Wrack liegen. Genauer in North Boat Harbour. Ein Schoner der 1907 hier gestrandet sei. Wir finden es. Es ist minimal was für Besucher gemacht, was auch langsam verfällt, ansonsten liegt das Wrack quasi einfach so am Strand rum, bzw. das, was nach über 100 Jahren noch da ist. Scheint wohl nicht groß erhaltenswert zu sein und wird wohl irgendwann komplett verschwunden sein.

Auf dem Rückweg fotografieren wir noch einige der Gärten und machen uns dann auf ins Dark Tickle Co. Wild Berry Économusée. Vor dem Besuch gehen wir aber noch einen Stock höher ins Cafe Nymphe. Sehr schön gemacht. Dort gönnen wir uns eine Pizza, die frisch gemscht wird, und daher auch fast 30 Minuten dauert.

Tja, das Dark Tickle Co. Wild Berry Économusée ist eigentlich mehr oder weniger ein Andenken Laden. Es hängen diverse Erklärungen zu den verschiedenen Wild Beeren in Neufundland an den Wänden, die man sich durchlesen kann und dann auch die verschiedenen Marmeladen probieren kann, die hier hergestellt werden. Ein Museum, was wir uns eigentlich vorgestellt hatten war es nicht. Ich hab mir zumindest eine Neufundland Kappe gekauft.

Die Bake Apple (zu deutsch Moltebeere) Marmelade werden wir veruschen woanders zu bekommen. Bake Apple gibt es übrigens nur hier und in den nördlichen Regionen, wie Norwegen. Jede Pflanze hat auch nur eine Beere. Daher ist es sehr mühselig diese Beeren zu ernten und entsprechend teuer. Aber allerdings tatsächlich sehr lecker.

Zurück ins B&B und erstmal wieder was für den Blog geschrieben. Erstmalig auch die Bilder des Zeitraffers der Sterne der vergangenen Nacht angeschaut. Wow, nicht nur die Sterne kommen gut raus, ich hab sogar den Polarstern direkt mittig im Bild und noch viel unglaublicher, es sind Polarlichter zu sehen. Wahnsinn, mir war nicht bewußt, das man hier auch Polarlichter sehen kann.

Kleiner Wemutstropfen: Der Zeitraffer wird am Schluß nur so 8 Sekunden lang sein. Ich hätte halt statt zwei Stunden eher vier oder noch mehr Stunden aufnehmen sollen. Und ich hab um 1 Uhr beim abbauen, schlaftrunken wie ich war, die Polarlichter tatsächlich verpasst. Gut, dann steht das noch auf meiner Liste: Polarlichter einmal Live erleben.

Dann auf ins Northern Delights, wo wir vorher schon reserviert hatten. Es gab eine Rinderbrühe mit Gemüse vorweg, welche sehr lecker war. Als Hauptspeise hatten wir uns den Heilbut raus gesucht. Der war uns leider etwas zu trocken. Nachtisch einmal ein Sticky Pudding und erneut ein fritiertes Eis. Mit den zwei Restaurants zuvor konte das Northern Delights nicht mithalten.

So nahm dann auch dieser graue Tag sein Ende.

Wikinger Runde

Gestern ging es hier oben die Sehenswürdigkeiten ansehen. Ein paar Kurven von unserer Unterkunft weg, an einer Bucht, fällt mir ein vermeintlicher Stein im Wasser auf. Bei genauerem Hinsehen ist es kein Stein, sondern eine Robbe, die sich sonnt. So früh und gleich das erste Tier, das fängt gut an.

Unsere Rundfahrt für uns nach Burnt Cape und dann weiter nach Cape Onion. Überall Foto aufbauen und Panoramas oder Langzeitaufnahmen machen.

Hier in Neufundland scheint es Tradition zu sein, sich Modell Häuser, meist Leuchttürme, oder Modell Boote, alles aus Holz, in den Vorgarten zu stellen. Auf der Fahrt sehen wir neben der Straße einen Hügel, der mit Leuchtturm, einer Kirche und zwei Wohnhäusern gestaltet wurde. Damit man sich das alles anschauen kann, führt sogar eine Holztreppe zu dem Hügel hinauf.

Im Gebüsch entdecke ich während der Fahrt ein Moose, was grad am fressen ist. Gut das die Kamera mit dem Teleobjektiv hinter dem Fahrersitz bereit liegt.

Wir fahren nochmals nach St. Anthony und holen uns im Supermarkt erneut ein paar Sandwiches. Danach gehts gleich die Strasse hoch nach Goose Cove, wo gestern der Twin-Tower Eisberg lag. Leider ist der Eisberg weiter gezogen. Also machen wir bei schönstem Wetter aber ordentlich Wind unser Mittagessen auf einer der Bänke und geniesen die Aussicht auf die weiter draussen schwimmenden Eisberge.

Am Parkplatz, unterhalten wir uns mit einem Anwohner, der hier seinen Fisch in der Sonne trocknet. Nach dem trocknen wird der Fisch dann bei Bedarf fritiert oder auf den Grill gelegt. An den kleinen Fischen wird nichts großartig gemacht, also auch nicht ausgenommen.

Wir fahren nochmals an den Leuchtturm von St. Anthony und trinken dort einen Kaffee und Essen ein Stück Kuchen.

Ich hab den ganzen Tag schon Kopfschmerzen und so geht es nochmals zum Einkaufszentrum in die Apotheke. Dannach dann in unsere Unterkunft und erstmal die Kopfschmerz Tabletten einwerfen und eine Stunde schlafen.

Abends essen wir im Daily Catch. Zuerst Muscheln als Vorspeise, dann jeder einen Lobster. Es war der bislang beste Lobster! Als Nachtisch dann noch ein fritiertes Eis. Das Rezept der Eis Kruste war leider streng geheim.

Gegen 23:00 Uhr stell ich mich nochmals auf unsere Terasse und bau die Kamera für eine Zeitraffer Aufnahme der Sterne auf, das es quasi Sternenklar ist. Nachdem alles läuft und ich eine halbe Stunde später die Belichtung nochmals korrigiert hab, stell ich mir für 01:00 Uhr den Wecker zum abbauen. Es soll irgendwann anfangen zu regnen, und da wollte ich nichts mehr im freien haben.

Ziemlich müde bau ich dann wie geplant ab und leg mich endlich final schlafen.

L’anse aux Meadows

Frühstück im Island Vista B&B war lecker. Rührei, Speck und Würstchen, sowie Toast mit Butter und Marmelade. Dazu Kaffee und O-Saft. Wir waren die einzigen Gäste und so haben sich Gloria und Bill rührend um uns gekümmert. Die Strecke, die wir vor uns hatten sollte in rund eineinhalb Stunden zu fahren sein.

Wir fahren bei bestem Wetter ohne Stopp direkt nach St. Anthony. Direkt an den Leuchtturm und dort liegt Eingangs der Bucht gleich ein Eisberg. Schonmal nicht schlecht.

Ich unterhalte mich noch mit jemand, der einen kleinen Verbrennungsmotor an sein Fahrrad gebaut hat. Es soll 40 km/h fahren und brauch hier kein Nummernschild, solange es weiterhin mit den Pedalen als Fahrrad bewegt werden kann. Das gäbs bei uns nicht.

Gegen 11 Uhr stehen wir dann bei Discover Northland um eine Eisberg und Wal Boottour zu buchen. Gegen 13 Uhr währen noch die zwei Wartelisten Restplätze frei. D.h. wenn nicht irgendjemand sich verbucht hat und die Plätze noch braucht, sind wir dabei.

Mittlerweile haben wir mitbekommen, das in Goose Cove auch ein Eisberg liegt. Nix wie ins Auto und hin. Brutal. Direkt an der Steilküste ist ein Eisberg mit zwei Türmen auf Grund gelaufen und hängt dort fest. So nah das man meint ihn fast anfassen zu können. Nicht nur das, auch zwei drei Wale zeigen sich direkt vor der Küste.

Wir müßen zur Bootstour. Schnell im Einkaufszentrum noch was zu trinken und zwei Sandwiches geholt. Dann die Tickets für die Tour lösen (70$) und los gehts auch schon.

Auf dem Boot wird es ziemlich frisch. Wir haben uns Plätze oben auf der Flybridge gesichert. Alle 3 Kameras sind Einsatzbereit. Los geht es außerhalb der Bucht gleich mit Buckelwalen. Unter anderem eine Wal Mutter mit Ihrem Kalb, schätzungsweise ein Jahr alt. Insgesamt sehen wir 5-6 verschiedene Wale und alle etliche male.

Dann gehts an die Eisberge, von denen wir auch eine handvoll ganz nah sehen und etliche in weiter Ferne. Teilweise sind die Eisberge von tiefblauen Eisschichten durchzogen. Schätzungsweise ist das Eis 10000-15000 Jahre alt, braucht 2-3 Jahre bis es hier in Neufundland ist und taut hier dann in 2-8 Wochen weg.

Die Tour dauert insgesamt 2 Stunden und hat sich voll gelohnt. Danach gibts erstmal die Sandwiches, die wir vorher nicht mehr essen konnten.

Dann geht es weiter nach L’anse aux Meadows ins Viking Village, unserem B&B für die nächsten 3 Nächte. Kaum angekommen gilt es gleich wieder aufzubrechen, um rechtzeitig im Norseman Restaurant zu sein.

Als hätten wir an dem Tag noch nicht genug gesehen, läuft dem Wagen vor uns auch noch ein Moose über die Strasse. Gut das für solche Fälle der Fotoapparat griffbereit im Auto lag.

Wir hatten zwar keine Reservierung im Restaurant, konnten aber trotzdem noch zwei Plätze bekommen.

Es gab als Vorspeise
Kale Ceasar: Smoked arctic char, capers, black parmesan and pita crisps.
Seared Local Scallops: with corn and merguez salsa

danach als Special des Tages den Heilbut mit Quinoa, Süßkartoffel und Tomaten.

Nachtisch dann
Chocolate mousse with partridgeberries
Chocolate Terrine flourless chocolate cake

Alles exzellent, immerhin gehört das Norseman Restaurant auch mit zu den besten Restaurants Kanadas.

Wieder ein sehr, sehr ereignisreicher Tag. In unserem B&B sitzen noch ein paar Leute zusammen und wir setzen uns auf ein Bier dazu. Wie so oft wird es eine lustige Runde.

Da es gegen 23:00 Uhr noch immer Sternenklar ist, bau ich meinen Foto auf unserer Terasse auf um endlich mal ohne Lichtsmog Sterne zu fotografieren. Es ist aber am Horizont noch ziemlich hell und ich las es erstmal sein und stell mir für 2:30 Uhr den Wecker.

Auch um 2:30 Uhr ist es mir am Horizont, quasi draussen auf dem Atlantik, noch zu hell, und ich leg mit unverichteter Dinge wieder hin. Außerdem plagen mich Kopfschmerzen. Der Tag war ja sowieso schon erfolgreich genug.

Eisberg Eis
Hier nun die Erklärung wie die Quidi Vidi Brewery an Ihr Eisberg Eiswasser kommt um Ihr Iceberg Bier zu brauen. In Twillingate gäbe es angeblich einen, der die Lizenz hat die Eisberge, bzw. die Crawler, also Bruchstücke, zu vermarkten. Sprich er sammelt die kleinen Stücke ein und läßt sie schmelzen.

In St. Anthony hies es allerdings, das sich fast jeder was von den kleinen Eisstücken sichert und in den Kühlschrank bzw. Gefrierschrank legt. Auch in unserem B&B liegen Eisbergstücke im Gefrierfach, falls man mal probieren will.

Weiter Richtung Norden

Heute ging es weiter Richtung Norden. Eine Übernachtung hatten wir für heute noch nicht gebucht, die galt es noch zu suchen.

Auf der Fahrt durch den Gros-Morne-Nationalpark hat Anja einen Schwarzbären gesehen. Ich natürlich nicht. Ich seh ja nur die Strasse den ganzen Tag :smile: .

In Portland Creek machen wir im Arches Provincial Park halt und schauen uns die vom Wasser ausgehöhlten Felsenbögen an.

In Port Au Choix fahren wir ab und machen eine Pause. Die Hauptstrasse im Ort ist die schlechteste Straße ins ganz Neufundland. Ein Schild am Ortseingang bittet vorab schon um Entschuldigung für den desaströsen Zustand.

In einem Restaurant, bzw. da wo es halt was zu essen gibt, gönnen wir uns zwei Krabben Sandwiches. Nebenan in einem hauptsächlich Klamotten billig Laden, wo es grad auf alles 30% gibt, gibt es die obligatorischen Neufundland T-Shirts.

Dann noch ein Abstecher zum Leuchtturm. Es ist ziemlich bewölkt und es herrscht ein rauer Wind. Selbst die Bäume hier wachsen schief, durch den ständigen Wind.

Bevor es aus dem Ort wieder raus geht gehen wir noch in Ben’s Studio. Ein Künstler der Bilder aus Holz macht. Gar nicht schlecht. Allerdings vielleicht etwas zu teuer.

Weiter gehts. Die möglichen Übernachtungsmöglichkeiten, die Anja im Vorfeld raus gesucht hatte, sagen uns alle irgendwie nicht so wirklich zu. Teils Motels mit mehr oder weniger nichts aussenrum.

In St. Barbe fahren wir zum Fähranleger, an dem die Fähre nach Labrador rüber geht. Hier gäb es auch ein Motel. Auf dem Rückweg finden wir zufällig durch ein Schild auf dem Rasen das Island Vista B&B. Die Zimmer sind alle sehr schick und auch noch frei. Da hatten wir ja mal richtig Glück.

Nach einem Powernap gehts zum Essen. Ins Restaurant des Motels des Fähranlegers. Ein junges Mädel bedient uns. Wir ordern zweimal Seafood Chowder und zweimal das Special des Tages: Lachs.

Es kommt dann ein Brötchen mit Butter für den, der den Lachs hätte. Wir melden uns beide. Kurze Zeit später werden wir dann gefragt, ob die beiden Portionen Lachs zusammen serviert werden sollen, weil der eine wäre quasi schon fertig und der andere würde noch etwas dauern. Ja zusammen wäre toll, aber wir hätten ja noch die Suppe vorweg. Ja ja, die würde gleich kommen.

Die Suppe kam dann auch. Halt nur eine. Also haben wir sie uns geteilt. Lachs dann wie geordert und zum Abschluß zwei Schokokuchen.

Tatsächlich kam dann nochmals die Sonne raus. Also noch ein paar Bilder gemacht und zurück ins B&B und Blog geschrieben. Morgen gehts dann ganz hoch, da wo sich wohl gerade alle Eisberge versammeln. Wir sind gespannt.

Schlechte Strasse und Ben’s Studio

Deer Lake

Gestern waren wir nahezu den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs um Strecke zu machen. Endpunkt war Deer Lake mit Übernachtung im Holiday Inn Express Hotel. Kurze Mittagsrast war in Springdale in einem Tim Horten, hauptsächlich für einen Kaffee, gegen die Müdigkeit.

In Deer Lake ist nun wirklich auch nicht viel los. Wir finden eine Eisdiele und nehmen zwei Waffeln der mittleren Größe. Bei mir ist eine Kugel Mariner’s Sea Salt Caramel dabei. Salzkaramel ist einfach sensationell.

Der Namensgebende See Deer Lake hat einen Sandstrand und sogar ein entsprechendes Kiosk. Der Versuch bei 26 Grad Lufttemperatur ins Wasser zu gehen, endete bei den Knien. Das Wasser war so kalt, das ein Kneippkur Becken dagegen wie eine warmes Fußbad aussieht. So waren auch nur 2-3 Kinder im Wasser und der Rest lag nur am Strand. Wir hatten uns an einer der Bank-Tisch Garnituren ausgebreitet.

Abendessen gabs in einem zu einem Motel gehörenden Restaurant, was uns im Hotel empfohlen wurde. Ansonsten gibts hier nur 2-3 Schnellrestaurants und das wars. Erstmalig in jetzigen Urlaub gab es kein Seafood. Ja wirklich, es gab das erste mal keinen Fisch oder Meeresfrüchte sondern Lasagne und einen Hamburger.

Wir drehten mit dem Auto noch eine Runde um den See und haben uns die schicken Häuser angeschaut. Dann ging es ins Hotel.

Zum Frühstück gab es eben das übliche Büfett mit Rührei und Würstchen. Alles nicht schlecht, allerdings von Papptellern mit Plastikbesteck. Den Swimmingpool incl. Wasserrutsche im Hotel haben wir komplett ausgelassen.

Jetzt gehts weiter Richtung Norden, trotz gutem Wetter lassen wir mal die langen Hosen an.

Fogo Island

Der Canada-Day fing um 00:00 Uhr schon mit Schüssen bzw Feuerwerk an.

Frühstück wurde von einer älteren Lady zubereitet. Neben dem uns schon bekannten Paar aus Ontario war noch ein im Ruhestand befindliches Paar aus Kanada und ein jüngeres Paar aus Hannover dabei. Wie immer wurde viel gelacht. Die Dame vom B&B trug einiges dazu bei.

Unser Vorhaben einen Ausflug nach Fogo-Island zu machen hatten wir gestern schon verworfen. Mehrer Leute hatten uns erzählt, das man mindestens 2 Stunden vor Abfahrt an der Fähre sein muss um noch mitgenommen zu werden. Plus der Fahrt zur Fähre von gut 45 Minuten hätten wir für die erste Fähre locker um 5 Uhr los gemusst. Auch müßte man für die Rückfähre locker 2 Stunden eher da sein. Und wenn man Pech hat, und die Fähre verpasst, ist man auf der Insel quasi festgesetzt.

Es regnete und so fuhren wir mit dem Auto einfach mal die Punkte in Twillingate ab, die lohnenswert waren. Bei Regen allerdings doch eher doof, wenn man eh nicht austeigen kann. Wir entscheiden uns einfach mal an die Fähre zu fahren, weil uns eh nix besseres einfiel.

Kurz nach elf stehen wir mit dem Auto am Ticket Schalter. Ich frag wann denn die nächste Fähre geht, ob noch Platz ist, was der Spass kostet, wann eine Fähre zurück gehen würde und ob man da garantiert mitkommt. Nebenbei frag ich noch einen der ebenfalls mit den Auto auf die Fähre will, der mir erklärt das es ein langer Weg zu Fuß sei, als ich meinte ich wolle mir das Hotel ansehen.

Nunja, die nächste Fähre ging um 11:30 Uhr, kosten Hin und zurück mit Auto waren 34$ und für zurück sollte man grob eineinhalb Stunden vor Abfahrt am Fähranleger sein. Zurück ging es entweder um 16:30 Uhr oder letztens gegen 19:00 Uhr. Nach kurzem überlegen lösten wir ein Ticket und wenig später gings auch schon los.

Die Fähre legt einen Zwischenstopp ein und ist nach weniger als einer Stunde in Fogo. Das Autodeck war bei uns noch nicht mal halb gefüllt.

Wir hatten auf Fogo eigentlich nur ein Ziel, bzw. war es eher mein Ding, einmal das Fogo Island Inn in Natura zu sehen, von dem ich vor einiger Zeit einen Bericht im Fernsehen gesehen hatte. Gut 25 km quer über die Insel, bevor man es von einiger Entfernung sieht.

Wie aber direkt zum Hotel kommen? Ein unbefestigter Weg war für Autos gesperrt. Sah so aus als wäre es auch ein Einbahn Weg. Auf einem anderen Weg hatte ich ein Auto gesehen, also hinterher. Irgendwann kommt ein Abzweig, der nur für Übernachtungsgäste oder Supporter des Hotels erlaubt ist. Was tun? Egal, ich fahre weiter um wenig später direkt vorm Hotel zu stehen und dort sogar direkt einen Parkplatz zu bekommen.

Etliche Leute stehen auf der einen Seite des Hotels. Unter anderem zwei Männer mit riesigen Gewehren/Musketen, sowie die Chefin des Hotels persönlich. Ich mach ein paar Bilder, als würd ich dazu gehören, dann wird es uns doch zu heikel und wir fahren zurück.

Am Ende des Weges, bzw. eigentlich am Anfang des Weges ist ein Parkplatz mit einer Holzhütte und in unserem Fall zwei Angestellten. Ich frag ob man denn das Hotel besichtigen könnte bzw. ob es wohl möglich wär dort einen Kaffee zu trinken. Im allgemeinen ja, aber heut wär ja Canada Day und eine Menge los. Nach telefonischer Rückfrage im Hotel kam das okay. Und die Frage ob wir zum Hotel laufen, oder eher vom Shuttle abgeholt werden wollten. Na wenn schon denn schon. Shuttle natürlich.

Bis das Shuttle kommt unterhalten wir uns noch etwas und werden unterbrochen. Zwei laute Salut-Schüsse fallen. Es waren die beiden Jungs mit den Musketen zu ehren des Canada Days. Normal gibt es wohl Führungen durch das Hotel. Aufgrund des Feiertags aber heute nicht. Die Art Galerie könnten wir aber auf alle Fälle besuchen. Wie wir es denn geschafft hätten mit dem eigenen Auto zum Hotel gekommen zu sein? Denn eigentlich stünde an dem Zufahrtsweg auch eine Kontrolle. Keine Ahnung. Im Mai waren alleine 600 Leute da, um das Hotel zu besichtigen. Die Weg Kontrolleure führen Strichlisten. Ein Van kommt, unser Shuttle ist da.

Unsere Fahrerin pickt noch einen jungen Mann auf, wahrscheinlich ein Angestellter und fährt uns dann direkt vor den Eingang. Dieser ist nicht groß irgendwie gekennzeichnet und man könnte meinen es wäre ein Seiteneingang. Uns wird der Weg zur Art Gallery gezeigt. Ein großer Raum wo bei unserem Besuch Fotografien von IEVA EPNERE zu sehen waren.

Wir begeben uns in den Lounge Bereich und bestellen zwei Cappuccino. Mit dem Fernglas auf dem Tisch schau ich mir zwei weit entfernte Eisberge an, Wale kann ich keine entdecken. In einem der Kaminöfen wird Holz nachgelegt. Wir lassen ein Beweisfoto machen, das wir wirklich hier waren. Der Cappuccino ist erstklassisch.

Der Schock beim bezahlen bleibt aus. Günstiger bzw. gleiche Preisklasse wie in den meisten Lokalen bei uns. Dafür fangen die Zimmer bei 1300.-€ die Nacht an. Das Fogo Island Inn polarisiert. Einige Stimmen, die wir hier gehört haben finden das Hotel nicht gut. Es würde nicht hierher passen und sei so teuer das es sich keiner leisten könne.

Ich finde das Fogo Island Inn Hotel genau an diesem Standort sehr gelungen. Und nach der Theory der flachen Erde, ist hier ja auch der Rand der Erdscheibe. Hier zu sitzen und auf dem Meer den Eisbergen und Walen zuzuschauen hat einfach was. Es könnte vielleicht noch den ein oder anderen Farbtupfer vertragen, sowie es bei den anderen Häusern auf Neufundland der Fall ist. Das ich sehr wahrscheinlich nie eine Nacht dort verbringen werden stört mich nicht.

Ich mach noch ein paar Bilder außerhalb des Hotels und dann laufen wir zurück zu unserem Auto. Damit gehts direkt wieder zur Fähre. Zwei Stunden vor Abfahrt stehen wir als zweites in der Reihe. Es gibt am Terminal nur einen Warteraum und auch in dem “Hotel” 200m weiter gibt es nichts. Hier ein Kiosk hingestellt könnte zur Goldgrube werden. Wir machen ein Nickerchen bis es los geht. Auch die Fähre um 16:30 Uhr ist nur zur Hälfte, wenn überhaupt beladen. Ob das am Canada Day lag, oder ob die beiden Fährtermine mitten am Tag immer so leer sind, kann ich nicht sagen.

Auf dem Rückweg kehren wir im Sansome’s Seafood Restaurant ein. Es gibt zweimal Lobster. Perfekt zubereitet.

Das Wetter hat sich den Tag über gebessert. Zum blauen Himmel ziehen nun langsam Nebelschwaden auf. Das Fotografenherz schlägt höher und ich halte an diversen Stellen an um diesen Moment festzuhalten. Abschluß ist am Leuchturm zu Sonnenuntergang. Und wie auf Bestellung schwimmt ein Minkwal unterhalb des Leuchtturms umher.

Bei sehr dichtem Nebel erreichen wir wieder unser B&B. Gerade als das Feuerwerk zum Canada Day beginnt. Was für ein Tag.

Fogo Island Inn