Fahrt nach Kutaisi

  06:11 Uhr 

Um 10:00 Uhr holt uns Toni ab. Er ist die nächsten 10 Tage unser Guide für West Georgien. Aus Tiflis raus ist viel Verkehr und irgendwann sind wir dann auf der Autobahn.

Erster Stopp ist bei der Höhlenstadt Uplisziche. Bereits im 6 Jahrhundert vor Christus gegründet wurde sie erst im 13 Jahrhundert nach Christus durch ihre Lage erobert und zerstört. In dem Sandstein sind noch einige Höhlenräume zu sehen. Erstaunlich das man damals schon die entsprechenden Techniken beherrschte, die Höhlen zu erschaffen.

Weiter geht’s nach Gori. Das Stalin Museum schauen wir uns nur von Außen an. Es gibt im Eingangsbereich einen kleine Ausstellung mit Bildern vom georgischen-russischen Konflikt vom 9.-12. August 2008. Da Gori nur 25km von Südossetien entfernt ist und an einer strategisch wichtigen Fernstraße liegt wurde es damals Ziel russischer Luftangriffe, die mehrere Verletzte und 11 Tote unter der Zivilbevölkerung forderten.

Abseits der Autobahn, quasi auf der alten Landstraße, geht es zum Mittagessen. Viele der Restaurants direkt an der alten Strecke, werden weniger Besucht, seit es die Autobahn gibt. Es gibt wieder was einheimisches. Toni erklärt es seien Gräser hier aus dem Wald. Ekala ist eine Wild wachsende Kletterpflanze, die zu Pkhali verarbeitet wird. Sehr lecker, gibt es bei uns leider nicht.

Zurück auf der Autobahn steht tatsächlich eine Kuh auf dem ca. 50cm höher gelegenen Mittelstreifen und frisst dort das Gras. Unbekannt wie sie da hin kam. Generell ist hier immer mit Kühen auf der Straße zu rechnen. Prinzipiell werden sie morgens aus dem Stall gelassen und wandern dann durch die Stadt. Später am Tag kommen sie dann selbstständig zum Stall zurück. Kuhl!

An der Stadtgrenze von Kutaisi ein kurzer Stopp mit Spaziergang einen Fluss entlang. Beim aussteigen aus dem Auto begrüßt uns ein Strassenhund. Anja findet ihn warum auch immer eher unsympathisch. Wohl weil er recht groß ist. Es gibt ein paar Angler, die recht kleine Fische aus dem Fluss holen.

Auf dem Fußweg zurück gibts plötzlich Gebell und Geschrei. Der Straßenhund ist mit einem jungen Mann zusammen geraten. Toni schreit und ein Angler kommt mit einem Messer an. Tatsächlich hat der Hund den Mann gebissen. Warum wieso ist unbekannt. Also demnächst doch etwas mehr Vorsicht walten lassen, auch wenn die Hunde bislang alle friedlich waren.

Es geht noch zum Motsameta Kloster. Rein kommen wir nicht. Es regnet leicht und die Sicht ist nicht perfekt. Jedenfalls lädt sich von hier oben der Fluss entdecken an dem wir kurz vorher waren.

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage ist das Agro Guesthouse Korena. Maia unsere Gastgeberin ist bekannt für die gute Küche, die in einem traditionellen 200 Jahre alten Holzhaus zubereitet wird, das hier auch als kleines Familienmuseum dient.

Das Abendessen, wie sollte es anders sein fällt dementsprechend auch ziemlich üppig aus. Es wird Zeit für meinen ersten ChaCha. Ein Trester Brand, oft auch als georgischer Wodka bezeichnet, der 45% und mehr hat. Er kommt gleich in einer Karaffe mit gut einem halben Liter Inhalt.

Das Schnapsglas mit einem Schluck getrunken verschlägt mir komplett die Stimme. Boah heftig. Auf Anraten ess ich einen kleinen Apfel dazu. Zum gewöhnen nochmal einen halben ChaCha und dann gehts tschatschatscha mäßig zu Bett.

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