Sdo, Zminda Sameba, Truso Tal

  16:21 Uhr 

Am Samstag war bestes Wetter. Blauer Himmel und ein paar Wolken. Zuerst ging es zur Wallfahrtskirche Zminda Sameba. Diese Kirche kann man auch sehr gut von unserer Unterkunft aus sehen. Der Ausblick von der Kirche aus ist sensationell.

Einiges neben der Kirche gibt es noch eine leichte Anhöhe. Hier starte ich den nächsten Versuch mit der Drohne. Nachdem ich das Display heller gemacht und in der Anleitung gelesen hatte, fand ich nun auch die Einstellungen um Z.b. ein Dronie etc. machen zu lassen. Die Drohne fliegt zwei, dreimal,um uns rum und ich mache noch das ein oder andere Bild aus der Luft. Bislang kam ich allerdings noch nicht zum anschauen der Filme.

Weiter geht’s zum Adlernestdorf Sdo. Ein kleines, größtenteils verlassenes Dorf. Am Ende des Dorfes geht es auf einen kleinen Gipfel. Ebenfalls mit einem sensationellen Blick. Auf dem Rückweg halten wir am Friedhof. Interessant ist das einige der Grabsteine auch auf der Rückseite mit Bildern graviert sind. Dort sind meist die Verstorbenen mit Ihren Lieblingsdingen oder Tätigkeiten abgebildet. Oftmals ist dort das eigene Auto mit verewigt. Eigentlich hätte ich das gerne Fotografiert, aber diese schön gravierten Erinnerungen gehören den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen. Und daher habe ich tatsächlich keine Bilder davon gemacht.

Am Rande des Friedhofs und am Rande des Berges steht eine einfache Bank. Dort verfolgen wir was unten auf der Heerstrasse abgeht. Ein LKW hat wohl eine Panne und kommt nicht mehr weiter. Es bildet sich ein Stau. Doof auch für uns, der Feldweg von Sdo aus endet genau da wo gerade Nix mehr geht. Wir haben doch etwas Glück und wenig später können wir den defekten Sattelzug passieren.

In Stephansminda halten wir nochmals an. Wir haben beschlossen unterwegs zu picknicken. Otto geht also los und holt Käse, Wurst, Tomaten und Gurken. Wir nehmen währenddessen einen Cappuccino und werden gefragt ob wir eine kostenlose Suppe wollten. Die Küche hätte eine zuviel gemacht, die nun angeboten wurde. Ich lehne ab.

An dem Restaurant des Abends zuvor halten wir nochmal um Brot zu besorgen und dann geht es kurze Zeit später auch abenteuerlich los.

Es gibt nur noch einen Feldweg. Den ersten Parkplatz lassen wir links liegen. Der Weg wird abenteuerlicher. Der Weg geht an einer Seite einer Schlucht entlang. Es kommen genau da natürlich Autos entgegen. Wir kommen noch so aneinander vorbei. Auch schön zu sehen das wir nicht die einzigen sind, die hier unterwegs sind. Irgendwann nach einem Stück durch einen kleinen Fluss halten wir.

Eine Fußgängerbrücke führt zu einer Art Campingplatz. Daher sind alte Autoreifen zu einer Treppe den Hügel hinauf gebaut worden. Zu Fuß geht es zu einem ganz kleinen See. Das Wasser darin sieht blau aus und ab und zu steigen Blasen aus. Laut Otto ist das aufsteigendes CO2. Das kleine Flüßchen was aus dem See kommt ist rot. Anscheinend lagert sich da Eisenoxid ab, was den Grund rot färbt.

Zurück zu unserem Auto, um auf der anderen Seite des Flusses eine Stelle zum picknicken anzufahren. Wir halten etwas neben einem Ford Transit. Die Georgischen Nummernschilder sehen auf den ersten Blick aus wie bei uns. D.h. sie fangen mit zwei Buchstaben an, als auch mit DA oder GG, was es ja bei uns gibt. Die Nummer vom Ford Transit fängt mit DD an. Ich denk mir grad so, in Deutschland wär das Dresden, als ich das D entdecke und realisiere das es wirklich eine Dresdener Nummer ist.

Quasi eine Steilvorlage für mich. Keine 5 Sekunden später bin ich mit dem Paar im Camper schon voll am erzählen. Werde dann aber unterbrochen, da es ja unser Picknick gibt. Die Dresdner kommen rüber und erzählen das sie wohl schon seit April letzten Jahres unterwegs sind. Sie waren in Russland und sind bis zum Baikalsee gefahren. Wohl so 10000km. Und auch die Hauptstraße durch Pamir.

Russland würden sie wohl nicht mehr machen, da sich die Landschaft halt ewig nicht ändert. Georgien wäre da viel schöner und da wären sie auch Wiederholungstäter. Mit dem Auto sind sie erst wenige Jahre unterwegs. Insgesamt sind sie seit 11 Jahren dauerhaft unterwegs. Zu erst tatsächlich mit dem Fahrrad, mit dem sie aber auch bis Dubai gefahren sind. Respekt!

Das ist immer wieder das tolle am Reisen, das man Leute trifft, die sich auch die Welt anschauen. Reisen bildet eben ungemein.

Nach dem Picknick will ich die Drohne starten, aber sie meldet das sie einen Crash detektiert hätte und ich die Propeller checken soll. Komisch, evtl. hat sie bei der letzten Landung einen Grashalm touchiert, sonst kann ich mir nix anderes vorstellen. Schlußendlich bekomm ich sie in die Luft und mach alles was es an flugmanövern gibt.

Eigentlich dachte ich das es nun wieder zurück geht, aber weit gefehlt. Wir fahren weiter ins Truso Tal. Strecke wird noch etwas rustikaler, Flussdurchfahrten und eine nicht ganz 100% Vertrauenswürdige Brücke folgen. Ach ja, und unser Chinesisch-Englisches Anhalter Paar kommt uns zu Fuß entgegen. Leider diesmal,nicht unsere Richtung.

Schlussendlich erreichen wir die Festung Zakagori auf etwa 2.500m. Hier befinden sich auch georgische Grenzposten, da hier die Konfliktregion Südossetien beginnt. Drohne fliegen ist daher nicht. Wir umrunden die Festung per Fuß.

Die Landschaft ist genial. Grüne Berghänge, teils in Mulden noch mit Schnee. Blauer Himmel mit Wolken, die alle paar Minuten andere Schatten auf die Landschaft werfen. Wir sind komplett geflasht, sensationell!

Die Rückfahrt nutze ich um einige de Highlights an Wasserdurchfahrten zu fotografieren und um aus dem Autofenster irgendwie diese Landschaft einzufangen.

Abends geht’s zu einer Location zum Essen. Hier wird meist für Reisegruppen authentisch gekocht. Wir haben Glück und für die anwesende österreichische Gruppe gibt es einen schnellkurs in der Khinkali Zubereitung. Anja schmuggelt sich mit ein und macht ihren ersten georgischen Khinkali.

Was für ein Tag. Es dauert den Abend bis wir einschlafen, da die Eindrücke alle noch irgendwie verarbeitet werden müssen.

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