Actionreicher Sonntag

Heute früh zu wenig Wind für den Genacker. Also direkt wieder bergen. Aber eine Regenwolke bringt plötzlich heftigen Niederschlag und auch etwas mehr Wind. Teils sogar heftige Böen, womit nun Genacker bergen nicht wegen zuwenig Wind sondern eher wegen zuviel Wind angesagt ist.

Festes Schuhwerk, kurze Hosen und die Ölzeug Jacke sind die Wahl der Kleidung für den heftigen Regenguss. Genacker Manöver wurden in den letzten Tagen häufig gefahren. Motor an, und mit Motorkraft den Wind aus dem Genacker nehmen, damir er zusammmen fällt. Dann Spi-Baum aus der Schott ausklinken. Soweit kein Problem.

Eine Böe erfasst den Genacker und Ratsch, das komplette Unterleek reist auf. Bergeschlauch drüber und alles sichern. Das wars mit unserem Vorsegel für leichten Wind. Die Crew ist komplett geduscht und legt sich erstmal wieder trocken.

Nach dem Schlamassel erst einmal Frühstück. Es gibt erstmals Hausmacher Wurst. Die Stimmung ist wieder hergestellt und mittlerweile ist wieder blauer Himmel und volles Programm Sonnenschein.

Kurz nach zehn. Eine der Angelruten gibt durch heftiges Knarren laut. Moby-Dick wird aufgestoppt. Der Kampf Mann gegen Fisch beginnt. Es muß ein riesen Fisch sein. Alles was an Leine eingerollt wird, zieht er direkt wieder weg. 100 bis 200m Schnur wird er wohl haben. Nach einer halben Stunde gibt schlußendlich das Marerial in Form der Angelschnur auf, ohne das wir überhaupt den Fisch zu Gesicht begonnen hätten. Alles wieder auf Anfang.

30 Minuten später, rrrrrrrrrrrrrrrrrr, erneut schlägt eine Rute an. Diesmal kein Problem. Es ist ein noch nicht bestimmter Fisch von ca. 50 cm Größe. Zumindest ein kleiner Trost.

Eine Stunde geht ins Land und das Mittagessen ist fast bereit als erneut ein Fisch beisst. Es ist ein Mahi-Mahi (Goldmakrele - hat nichts mit unseren Makrelen zu tun) von etwas über einem Meter Länge. Wir bekommen ihn an Bord, womit die nächsten Tage Fisch ein fester Bestandteil unserer Mahlzeiten werden wird.

Zum Mittag gibt es Linsensalat mit Tomate, Gurke, Paprika in einer scharfen Variante (Meine Chilis von 2013 sind noch immer an Bord) mit Mahi-Mahi vom Vortag.

Der Eigner wünscht sich noch einen Zitronenkuchen zum sonntäglichen Mittagskaffee. Also nochmals Back-Schicht. Bei gut 30 Grad im Salon eine Schweistreibende Arbeit.

Am Abend gab es dann Mahi-Mahi Filets, nur leicht angebraten mit einem rohen Kern, Reis und einer sensationellen Ingwer Soße.

Zitronenkuchen

Catch of the day

Heut wars endlich soweit. Bereits früh am morgen konnte ein kleiner Mahi-Mahi (Goldmakrele - hat nichts mit unseren Makrelen zu tun) gefangen werden. Etwas später ein weiteres und größeres Exemplar, womit mehrere Mahlzeiten gesichert sind.

Zum Mittag gab es Pfannkuchen mit selbstgemachtem Apfelmus und Kürbiskernen.

Das Abendessen bestand aus auf der Haut gebratenem Mahi-Mahi mit Reis und fritiertem Knoblauch. Der Fisch schmeckt extrem gut.

Bein Sonnenuntergang klingt der Tag gemütlich aus.

Mahi-Mahi
Pfannkuchen
Pfannkuchen mit Apfelmus und Kürbiskernen
Sonnenuntergang

Vierter Tag auf See

Heute am Freitag sind wir den vierten Tag auf See. Der Wachplan funktioniert einwandfrei. Für unsere sieben Mann starke Crew haben wir uns einen rotierenden Wachplan überlegt. Wache dauert zwar 4 Stunden am Tag, man hat aber alle zwei Stunden einen neuen Wachpartner.

Mittlerweile haben wir uns häuslich eingerichtet. So unter anderem das Sonnensegel aufgespannt. Gekocht und gebacken wird reichlich. Zwei Brote sind schon gegessen ein weiteres schon gebacken und zwei Teige vorbereitet. Eine fertig Muffins Backmischung haben wir auch schon hinter uns. Rouladen und Gulasch aus der Dose gab es auch schon. Einzig der “Catch of the Day” hält sich noch etwas zurück.

Ein Teil unserer frischen Karotten und Bananen mußten schon über Bord, das sie anfingen zu Schimmeln.

Wind hat sich etwas gebessert, so das wir nun auch mal durchgängig 7 Knoten fahren können.

Fliegende Fische sind hier recht häufig zu sehen. Delfine hatten wir dagegen erst zweimal.

Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge sind meist in den Wolken. Also noch nichts Atemberaubendes.

Sonnensegel
Muffins
Genacker im Sonnenuntergang

Die ersten 24h

Gestern 11:20 Uhr ging es los. Wetter leicht bedeckt, Wind gering und im Schatten der Insel sehr böig.

Die Roll Anlage hatte einen mächtigen Überläufer, womit wir fast die Hälfte des Gaitaus abwickeln mussten.

Im Laufe des Tages gab es etwas mehr Wind. Am Groß haben wir nun insgesamt 4 Rutscher ausgetauscht. Bei jedem Segel setzen, gab irgendein Rutscher den Geist auf. Schlußendlich hatten wir einen leicht nördlicheren Kurs als gewünscht.

Heute ist nahezu kein Wind. Mit dem Genacker machen wir 4-5 Knoten. Wenn es so weiter läuft kommen wir erst am 12. Dezember 2016 an.

Santo Antao

Gestern ging es auf die Nachbar Insel Santo Antao. Über Nacht wurde geankert. Zwei Rote Räuber Brote wurden gebacken.

Derzeit werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Unter anderem wird eine Außendusche montiert.

Wetter ist sonnig mit wenig Wind.

Gebunkert und Startklar

Unser Flug war pünktlich und unser Gepäck ist auch vollzählig angekommen. Samstag wurde kurz nach unserer Ankunft auch unsere komplette Lebensmittelbestellung geliefert. War einiges was verstaut werden wollte.

Wetter hier ist etwas unter 30 Grad. Abkühlung verschaffen wir uns im Hafen. Baden sei hier eigentlich nicht erlaubt, aber egal.

Rund 70 Segler von der ARC liegen hier. Alle gut drauf. Die meisten halten unsere vier Wochen Urlaub für viel zu kurz. Ein drittel der Crews startet hier wohl für mehrjährige Weltumseglungen.

Demnächst machen wir los. Erstmal Ankern an der nächsten Insel und morgen dann ab über den Atlantik. Die ersten Bürli Brötchen sind gebacken. Und das Rezept schon weiter gegeben.

Bunkern

Flug auf die Kap Verden

Die Mannschaft war pünktlich um sieben Uhr beim Frühstück. Hotelzimmer waren gut und das Frühstücksbufett ausreichend.

Per Taxi ging es zum Flughafen. Security Check lief bei allen Problemlos. Nur bei mir wurde eine zufällige Sprengstoffüberprüfung gemacht, die erstmal positiv war und Alarm auslöste. Prozedur wurde mit neuem Prüfkopf wiederholt und dann war ich auch sauber und konnte passieren.

Im Duty Free Shop wurden weitere Lebensmittel wie Kaffee, Zigaretten, Gin und Whisky eingekauft. Schnurstracks ging es dann zum Boarding. Alle mit Sch. beginnenden Namen wurde in Business upgegraded. Der rest sitzt vorletzte Reihe, bzw. ich letzte Reihe mit noch weniger Platz. Dafür hab ich zwei Segler aus Bozen neben mir, denn ich schon zwei Moby-Dick präsentationen gezeigt hab. Beide und noch vier andere sind für eine Woche zum segeln auf den Kap Verden.

Gleich gibts wohl Verpflegung und dann haben wir den Flug auch zur Hälfte rum. Ankunft irgendwas nach 12 Uhr, wieder eine Stunde gegenüber Portugal zurück. D.h. nach Deutschland zwei Stunden Zeit unterschied.

Lisabon

Sind pünktlich in Lisabon angekommen. Direkt in den Shuttle Bus und ins Hotel. Abflug morgen 09:25 Uhr. Shuttle zum Flughafen soll hier schon 06:10 Uhr abgehen. Da es um 07:00 Uhr erst Frühstück gibt, werden wird zuerst frühstücken und dann mit dem Taxi fahren.

Ein letztes Bier an der Bar und gleich gehts ins Bett.

Abflug

Wir sitzen im Flieger zum ersten Zwischenstopp in Lisabon.

Bereits kurz vor 15:00 Uhr trafen wir uns zum gemeinschaftlichen Koffer umpacken. Etwas über 100kg Lebensmittel galt es auf unsere siebenköpfige Crew aufzuteilen. Zum Glück hat jeder zwei Gepäckstücke a 23kg, womit alles eingepackt werden konnte, was da war. Etliche Taschenwiegeaktionen später hatten wir 7 Gepäckstücke, die knapp an die Grenze beladen waren. Beim Checkin hatten wir sogar dreimal 24kg zu bieten, was aber durch gewunken wurde.

Spannend wird, wie unser Gepäck auf den Kap Verden ankommt. Neben Mehl, 70 Dosen Wurst, Rouladen, Gulasch, Bolognese, Käse, Schinken, fand auch ein original Holzfass platz. Das Fass ist allerdings noch leer. Auch etliche Dosen Apfelwein, sauer von Bembel with Care, hat die Reise mit angetreten.

Die Crew fand im Flieger in zwei Reihen Platz. Einmal Reihe B und einmal Reihe E. Heisst soviel, das wir nicht nebeneinander, sondern hintereinander sitzen. Und zwar alle auf dem mittleren Sitz. Das nächste mal machen wir wieder online Check in.

19:15 Uhr war Abflug, 21:20 Uhr ist Ankunft, wobei wir eine Stunde Zeitverschiebung haben, also insgesamt drei Stunden reine Flugzeit. Demnächst soll es einen Snack geben. Hunger hätten wir jedenfalls alle.

Atlantik Crew

Atlantik Überquerung 2016

Vor 40 Jahren, als es auf die höhere Schule ging, gab es in unsere Clique einen, dessen Vater begonnen hatte eine Segelyacht in seinem Garten in Gernsheim zu bauen.

Wir sahen über Jahre hinweg die Segelyacht entstehen und waren 1983 beim Stapellauf im Gernsheimer Hafen mit dabei. Bei der anschliessenden Feier stellten wir die Bierzapfer.

Es kam wie es kommen mußte und die Jugend wurde gefragt, ob sie nicht mal mit segeln wollte. Der “Jugendtörn” wurde geboren.

Nun sind wir unser halbes Leben lang nahezu jedes Jahr beim segeln gewesen. Wir nennen uns noch immer “Jugendtörn”, auch wenn wir mittlerweile das halbe Jahrhundert überschritten haben. Die Crew ist zum größten Teil immer identisch geblieben.

Vor wenigen Jahren gab es dann auch die Idee, das man zum fünfzigsten ja mal den Atlantik überqueren könnte. Erst war es eher unwahrscheinlich und nicht mehr als eine Idee. Dann wurden längere Törns auf die Orkneys und Azoren zum Erfahrungen sammeln unternommen. Und dann stand fest, dass es wahr werden würde.

Die Segelyacht Moby Dick III wurde technisch auf Vordermann gebracht. Stehendes Gut und Radar erneuert, als auch eine Satelliten Kommunikationsanlage installiert, um sie auch für ihre dritte Atlantik Runde fit zu machen.

Die Crew in Navigation und Erster Hilfe weiter gebildet. Brot backen geübt und Konserven vom Metzger des Vertrauens verkostet. Medizinisch durchgecheckt, geimpft und Zahntechnisch untersucht.

Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Am Freitag fliegen wir nach Lissabon und von dort am Samstag früh auf die Kap Verden. Montag früh stechen wir in See in Richtung Barbados/Karibik.

Eines der letzten Abenteuer dieser Erde “Die Überquerung des Atlantiks mit einer Segelyacht” liegt vor uns.