Dunkerque

Soeben sind wir in Dunkerque angekommen. Wetter war wieder mal meistens sonnig, daher war heute Sonnenbaden angesagt. Wind glänzte durch Abwesenheit. Besonderheiten gab es keine.

Beim einfahren in den Hafen hat uns kurze Zeit später ein Lotsenboot aufgebracht. Wir wären ohne Erlaubnis in den Hafen gefahren und sie würden schon auf uns warten. Im Reeds war jedenfalls nichts zu finden, anscheinend wird die Einfahrt aber irgendwo zentral überwacht und wir kamen wohl rein, als die Lichter rot waren. Welche Lichter das gewesen sein sollten ist uns noch unklar.

Unsere Idee war in das zentrale Bassin Du Commerce zu fahren. Allerdings müßten wir da noch zwei Stunden auf die Schleuse warten. Nach inaugenscheinname zu Fuß haben wir das aber aufgegeben.

Unser Smut hat schon das Feuer angeworfen und demnächst gibt es Spagetti Carbonara.

Rekordfahrt

Gestern ging es über den Kanal nach Frankreich. Angepeilt wurde Calais, bzw. Boulogne Sur Mer. Wir machten es von Wind und Strömung abhängig. Abfahrt war mit 6 Uhr angesetzt, da da gerade noch genug Wasser in der Hafenausfahrt von Brighton vorhanden war.

Bereits in den frühen Morgenstunden, die Südküste Englands entlang, konnten erste Top Speed Erfolge verbucht werden. Gleich zwei Rudergänger, der Allmendfeld Wache, erreichten erst 12,2 und dann 12,4 Knoten, bei Wagners Wallküre, bzw. der Titelmusik von Das Boot aus den Außenlautsprechern. Für den Skipper, der sich für die Mittagsschicht vorbereitet natürlich eine Schmach.

Danach ging es dran den Kanal zu überqueren und hierbei die Regeln beim queren von Schiffstrennungsgebieten einzuhalten. D.h. im 90 Grad Winkel zu queren.

Bereits im Mittelstreifen des Kanals wurden erste Berechungen angestellt, was die Segelstellung für die letzte Etappe anging. Der Skipper, seit dem Mittagessen (selbstgemachte Kartoffelsuppe Version 1) selbst am Ruder, hatte da so ein Gefühl. Die Crew wurde gewarnt alles zu sichern incl. sich selbst und die Video Dokumentation wurde vorbereitet. Die Richtungsänderung am nächsten Wegepunkt sollte der Startschuß für einen weiteren Top Speed werden.

Der letzte Wegepunkt wurde passiert, noch zwei Frachtschiffe mussten passieren, Wagners Wallküre wurde eingespielt. Dann endlich war es soweit, Kursänderung. Bereits wenige Minuten später war klar, das wird nix. Kein Speed, die komplette Crew am lästern.

Etwas später dann eine kleine Kursanpassung und Regeländerung beim durchqueren von Trennungsgebieten. Der Skipper war auf Rekordjagd. Die Kombüse meldete Aquarium (Anmerkung: Bullaugen sind dicht.)

11 Knoten, 12 Knoten, dann endlich 12,2 eingestellt. Zahlreiche Versuche später fielen auch 12,4 Knoten. Aber wer teilt sich schon gerne den ersten Platz. Weiter ging es bis endlich die 12,5 Knoten bzw. sogar 12,6 Knoten kurz auf der Anzeige standen. Rekord mit Ansage und Videobeweis erfolgreich abgeschlossen. Dank an die komplette Crew.

Mittlerweile hatten wir Boulogne Sur Mer als Ziel fest gelegt. Die Fahrt dahin verlief weitestgehend ebenfalls mit mehr als 10 Knoten.

Neben den Top Speed war auch unsere zurückelegte Strecke mit 104 Seemeilen die längste auf diesem Törn. Im Hafen gab es eine lecker selbstgemachte Kartoffelsuppe, mit weniger schmackhaften Würstchen aus England. Den Abend verbrachten wir an Bord.

Hafentag in Brighton

Bei bestem Wetter ging es heute per Sightseeing Bus durch Brighton. Dank Hopp on Hopp off, konnten wir die Fahrt beliebig unterbrechen und uns zu Fuß auf machen.

So waren wir auf der Brighton Palace Pier, mit ihren zahlreichen Fahrgeschäften, Kitsch, Nippes, Spielautomaten und Essbuden. Hier gönnten wir uns auch ein paar lokale Spezialitäten, wie Fisch und Chips.

Weiter ging es dann die Strandpromenade entlang. Hier gibt es unendlich viele kleine Läden. Von Andenken, Kunst und Krempel auch zahlreiche Strandbars. Wir konnten widerstehen und setzten unsere Fahrt mit dem Bus fort, bis wir wieder am späten Nachmittag in unserer Marina angelangt waren.

Auf dem Boot gabs es dann noch eine Erfrischung und danach ging es in das größte der Hafenrestaurants. Dem äußeren Anschein nach nicht schlecht, ebenfalls die Speisekarte. Leider aber eine bittere Entäuschung. Es war zwar mit weniger als 70 GBP für 7 Personen das billigste, was wir je hatten, allerdings geschmacklich nicht zu empfehlen. Medium Rare Steaks waren nahezu durch, Spare Ribs fielen beim blossen anschauen schon von den Knochen und Hühnerbrüste waren übergart und fest wie Gummi.

Nach dem Essen ging es zum Teil aufs Boot und zum Teil in den nächsten Pub zur Fußball WM. An Bord wurden dann Kartoffeln geschält und geschnippelt für die Kartoffelsuppe am nächsten Tag.

Brighton erreicht

Vor wenigen Minuten haben wir Brighton erreicht. Wetter war bedeckt und trocken. Wir hatten halben Wind. Navigator, Taktiker, Steuermann, Grinder und Segeltrimmer haben alles gegeben. Der Geschwindigkeitsrekord von gestern mit 11,7 Knoten wurde erneut eingestellt. Dieses mal hatten wir dabei 9,9 Knoten über Grund. Die Schubladen waren auch ale gesichert, aber ohne Gross hielt sich die Lage in Grenzen.

Wir werden den Rumpf jetzt noch polieren und hoffen die 12 Knoten in den nächsten Tagen zu knacken.

Jetzt wird ausgehfein gemacht und dann gehts in den Pub zum Deutschland Spiel.

Überfahrt Portsmouth

Heute ging es einen kurzen Schlag nach Portsmouth. Das Wetter war bestens und der Wind günstig. Hier auf dem Solent ist Segelrevier pur. Irgendwie größeren Abstand zu anderen zu halten, klappt aufgrund der Menge der Segler und Fähren nahezu nicht. Hier heisst es Nerven bewahren.

Wir haben uns nicht Lumpen lassen und haben locker 11,7 Knoten durchs Wasser als bisherigen Geschwindigkeitsrekord verbucht. Die Fußreling durfte knapp trocken bleiben, trotzdem hatten wir schön Schräglage und damit nicht gesicherte Schubladen die das fliegen lernten. Alles im Rahmen und nichts zu Bruch gegangen.

Nachmittags waren drei von uns in den Docklands und haben uns die HMS Warrior, HMS Victory sowie die Mary Roos angeschaut. Eintritt für das komplette Programm lag bei 28 GBP.

Bei Jamies gabs dann Essen, danach gings es wieder aufs Boot.

Segeln im Solent

Gestern kamen wir ausführlich zum segeln. Wir waren etwas früher im Solent als geplant, und so hatten wir noch etwas Strömung auf die Nase. Bei bestem Wetter kreuzten wir unter vollen Segeln incl. Genacker nach Cowes auf der Insel Wight. Insgesamt kamen wir so auf über 80 Seemeilen.

Das Segel bergen erforderte einiges an Aufmerksamkeit. Zum einen kam eine kleine Regattagruppe an, ein Kreutzfahrtschiff setzte zu Wendung an und die Jet Schnellfähre kam entgegen. Ein wildes gehupe setzte ein.

Mit etwas Glück fanden wir gegen 19:00 Uhr noch einen Liegeplatz an einem Aussensteg. Nach dem Anleger ging es ins Ort zum Fussball schauen.

Gegen 01:00 Uhr kam starker Wind, Seegang und ein leichtes Gewitter auf. Kurz zuvor ins Bett gegangen stand ich nochmals auf und kontrollierte unsere Leinen. Die waren okay, nur ein Fender hatte sich auf dem niedrigen Steg geschafft. Zusammen mit den beiden meiner A Wache konnten wir das beheben.

Schlechter war das gegenüberliegende Boot von girlsforsail.com dran. Hier hatte man wohl die Vorleine vergessen und so schrappte das Heck am Steck. Zum Glück kamen uns zwei der Damen zur Hilfe und so konnten wir das Boot auch retten. Da aller guten Dinge drei sind, mussten wir dann an einem weiteren Schulungsboot ebenfalls die Fender wieder zwischen Boot und Steg bringen.

Alles in allem ging diese Aktion gut aus. Heute bleiben wir hier und werden uns einiges anschauen. Heute Abend dann im örtlichen Fest bei großer Party das England spiel anschauen.

Kürzester Törn

Unser nächster Stop soll im Solent sein. Für die Fahrt dahin haben wir uns mehrere Optionen überlegt, um die Strömung optimal auszunutzen.

Schlussendlich haben wir einen Kurztrip mit dem Boot in den Stadthafen nach Weymouth gemacht. Der Hafenmeister war wenig begeistert, dass wir uns vorher nicht angemeldet haben. Für unser geplantes einkaufen und der angekündigten Abreise gegen Mittag gab er dann aber sein okay.

Wie so oft kam es anders als geplant. Das Städtchen ist sehr schön. Das Wetter extrem gut und in sichtweite gibt es einen alteingesessenen Fischhändler. Wir haben mit dem Hafenmeister gehandelt und dürfen so die Nacht über im Hafen bleiben.

Nach einem Capucchino am Strandbad und dem Einkauf für die nächsten Tage ging es wieder an Bord. Nach dem verstauen der Lebensmittel kam leichter Hunger auf. Die Lösung lag nahe und ist einfach zuzubereiten. Wasser zum kochen bringen, ca. 500 Gramm fangfrischen Hummer pro Person hinzugeben und fertig ist das perfekte Mittag essen.

Heute Abend soll es zum Fußball schauen in die “Moby Dick” Bar gehen und morgen dann in aller frühe in den Solent.

Weymouth

Heute ging es nach Weymouth. Das Wetter war, genau wie die letzten Tage, wunderbar. Sonne satt, mit zu wenig Wind.

Ein Angelstopp brachte drei Makrelen, die zu Filets verarbeitet, heute Abend auf die Teller fanden.

Morgen wollen wir uns vormittags die Stadt anschauen und dann weiter in den Solent.

Alderney

Für die Fahrt nach Alderney mussten wir ebenfalls früh raus. Trotzdem hatte unsere Berechnung der Gezeiten einen kleinen Fehler und so hatten wir an der Engstelle vor dem Hafen mächtig Gegenstrom.

Platz fanden wir an einer der Moorings. Ein Wassertaxi holt dort die Leute gegen ein kleines Entgeld ab. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Fußmarsch über die Insel. Abends ging es ins “Erste und letzte Restaurant” (so der Name).

Den hier geplanten Hafentag machten wir nicht und blieben somit nur eine Nacht.

Guernsey

Am Sonntag ging es auf Guernsey, unsere erste Kanalinsel. Die Überfahrt verlief ohne Probleme. Wir waren bereits sehr früh da. Dazu kam noch die eine Stunde frühere Zeitzone und so wurde der Anleger zur Tagesbeschäftigung.

Die neue Bord Audio Anlage funktionierte tadellos, auch wenn keinerlei Bluetooth Verbindung mehr möglich ist. Die erste Nacht verbrachten wir an einem Steg ohne Landzugang. Montag früh konnten wir allerdings verlegen und mussten nicht mehr per Schlauchboot an Land übersetzen.

Beim umlegen bekam ich Ablaus von zwei anderen Yachten, für das gelungene Hafenmanöver.

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Fahrradausflug mit Tücken. Die Räder waren nicht alle 100% in Ordnung. Zum Glück kam der gebrochene Lenker bei mir zum Vorschein, als wir einen Waldwanderweg hinauf schoben. Der Verleier brachte umgehend Ersatz.