Lunenburg

Gestern Abend haben wir noch an unseren Fenstern in unserer Unterkunft rum gewerkelt. Für die Schiebefenster gibt es Einsätze mit Fliegengitter drin, die man unter die Fenster stellen kann. Nun ja, das Lennox Inn wurde halt 1791 gebaut, der jetzige Besitzer und Betreiber des B&B hat es zwar renoviert, aber das heißt nicht, das das alles hier Tipp Topp wäre. So klemmen die Fenster halt schon ein wenig. Und über ein paar Spinnweben an den Vorhängen sollte man wohl auch drüber weg sehen.

Mit zwei halb offenen Fenstern wurde es dann die Nacht doch recht frisch. Aber wir haben super geschlafen. Zum Frühstück waren wir alleine. Es gab Porridge. Haferflocken mit Wasser oder Milch verkocht. Irgendwie geschmacksneutral. Ich probiers sowohl herzhaft mit etwas Salz, als auch süß mit etwas Ahorn Sirup. Gut mein Lieblingsfrühstück wird es nicht werden.

Das Wetter ist so la la. Wir wollen mit dem Auto etwas die Küste auf der Lighthouse Route runter. Bei Riverport seh ich einen Holzsteg mit bunten Stühlen drauf. Ein schönes Motiv, sicher auch für eine Langzeit Aufnahme. Wärend ich am fotografieren bin, studiert Anja die Karte. Leider gibts nämlich eine Baustelle und die Strasse ist gesperrt und wir finden die Detour (Umleitung) Schilder nicht auf Anhieb.

Vor einem der Häuser stehen eine Unmenge der Holzstühle, die hier sowie auch in Neufundland überall zu finden sind, wo man die Aussicht geniesen kann. Ich finde es eine super Idee und es sieht immer wieder Klasse aus, wenn diese farbigen Stuhl-Liegen in der Landschaft stehen. Hier und auch in den USA stehen diese Stühle als Symbol für Erholung in der Natur. Ich wäre dafür das auch in Deutschland einzuführen.

Ein Stück weiter kommen wir an der Lahave Bakery vorbei. Die Bäckerei bzw. das Cafe hat ein wunderschöne alte Einrichtung und es gibt Cappuccino und Bagels mit Frischkäse drauf. In dem Gebäude sind auch ein paar Ateliers von Künstlern zu finden, als auch ein Werkstatt, die Skateboards herstellt. Probefahrt ist direkt in einem aus Holz gebauten runden Kessel möglich.

Gestärkt gehts weiter zum Port Medway Lighthouse Park. Nach einem kurzen Stopp machen wir uns auf die Rückfahrt nach Lunenburg. Unter anderem ist dort gerade Craft and Food Festival und wir wollen noch in die Ironworks Distillery. Vorher solls noch zu den Blue Rocks gehen. Irgendwie hab ich im Radio was gehört von Rocks, Cliffs und Hochwasser und bilde mir ein das dort ein Klippenspringen statt findet.

Wir finden Blue Rocks und ich geh in einen Kajak Verleih um zu fragen. Zum Fragen brauch ich allerdings nicht, da am Tresen schon ein Plakat hängt: “The 1st annual Blue Rock Skip - Nova Scotia Rock Skipping Chanpionship”. Ist jetzt nicht Klippen springen, sondern Steine flach ins Wasser werfen, das sie ein paarmal springen. Die meisten Sprünge gewinnen dann. Sauber verhört am Radio :smile:

Hier kann man aber Glamping machen. Das Wort war uns schon in Elliston beim Frühstück begegnet und auch erklärt worden. Es ist eine Zusammensetzung aus Glamour und Camping und bedeutet luxuriöses Camping in einem großen traditionellen Zelt mit allen erdenglichen vorzügen. Man wird wohl meist per Boot zum Zelt gebracht und dann einen Tag oder so später wieder abgeholt.

Zurück in Lunenburg erstmal zum Craft and Food Festival. Es kostet Eintritt und in zwei Hallen präsentieren sich dann die örtlichen Künstler. Gut ist nun nicht wirklich unser Geschmack, aber wir waren jedenfalls dort. Auf den Parkplätzen stehen auch 3-5 Food Trucks, aber auch nichts wo wir unbedingt mal was probieren wollen.

Wieder an unserer Unterkunft dem Lennox Inn angekommen fällt mir ein Mercedes G Geländewagen auf. Als ich ihn mir näher anschaue, sehe ich, das es kein Mercedes, sondern ein Puch ist. Es ist das Auto unseres Gastgebers. Der Zustand ist ziemlich verbesserungswürdig. Von dem Zustand des Autos auf die Unterkunft zu schliessen, wäre ziemlich böse, aber so ein bisschen passt das schon.

Wir laufen gleich weiter in Richtung Ironworks Distillery. In Lunenburg ist gerade eine Strasse gesperrt und einige Geschäfte haben draussen Ihre Stände aufgebaut. Die nächste Führung in der Distillery dauert noch etwas und so setzen wir uns erstmal davor. Ein paar hundert Meter weiter steht der ältere VW Campingbus mit Berliner Kennzeichen beim Lebensmittelladen, den wir vorhin schon gesehen hatten. Neben dem VW Bus hatten wir in Neufundland auch einen modernen Unimog mit Kastenaufbau und deutschen Kennzeichen mit LB gesehen.

Die Führung in der Ironworks Distillery geht recht flott. Die Destille steht ja schon direkt im Verkaufsraum. Dazu gibts ein paar Informationen, das das Haus bis zum Schluß als Schmiede genutzt wurde. Der Faßkeller ist ziemlich flach. Eine Stütze für den Fußboden ist ein alter Segelmast einer Segelyacht.

Im Lager findet dann das Tasting statt. Kleine Mini Schnapspappbecher werden mit 2-3 mm Destiltat gefüllt und entsprechend erklärt. Schlußendlich sind es dann so um die 15 Proben, die wir verkosten konnten. Danach gibts noch Geschenke für jeden, d.h. ein Glas der Destillerie.

Zum Abschluß bekommen wir noch ein kleines Boot im Hafen gezeigt, was dort an einer Mooring hängt und wo die Rumfässer für eine Zeit gelagert werden. Das soll quasi das schaukeln simulieren was normalerweise passiert, wenn die Rumfässer per Schiff den Atlantik überquert haben. Ich biete an, das eines der Fässer gerne mit der Moby Dick III von Halifax aus nach Irland mit genommen werden kann, hab aber keinen Erfolg.

Nochmal durch die Stadt und dann gehts ins Grand Banker Bar & Grill zum Essen. Es ist noch kein Platz frei und so warten wir etwas am Bar Tresen. Kaum haben wir unser Bier, wird auch schon ein Tisch frei. Wir nehmen Lachs, was das Special des Tages ist. Ich nehm auch noch eine Creme Brulee als Nachtisch.

Zurück in unsere Unterkunft mach ich noch ein Bild des Zimmers und dann geht der Tag zu ende.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2018-06-25-neufundland-2018
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