Fahrt nach Port aux Basque

Heute ging es dann runter nach Port aux Basque, wo wir morgen die Fähre nach Nova Scotia nehmen und uns von Neufundland verabschieden.

Frühstück war der Hammer. Sowohl was das Essen anging, sowohl pochierte Eier, Speck als auch Hashbrowns (Bratkartoffeln im Würfelform), als auch was die Leute am Frühstückstisch anging. Alle einen Tick älter als wir und bereits in Rente, aber bei allen könnte man meinen sie seien nur noch in der Welt unterwegs. Den Knaller landet einer der Damen, als sie auf die Uhr blickt, wohlgemerkt beim Frühstück, und meint: “Oh, bereits viertel vor neun, Zeit für mein Schläfchen”.

Es heißt Abschied nehmen. Dreieinhalb Stunden Autofahrt liegen vor uns. Erster Zwischenstopp ist der Leuchtturm am Cape Anguielle. Angelockt durch ein Hinweisschild des Lighthouse Inn, dachten wir dort gäb es auch eine Kleinigkeit zu Essen oder zumindest einen Kaffee. Nichts von beidem. Das Lighthouse Inn ist nur ein Bed & Breakfast und es wird dort nichts serviert.

Leuchtturm am Cape Anguielle

Wir landen im örtlichen Laden, der nahezu alles anbietet. Von Lebensmittel über Baumarkt Artikel, bis hin zu Musikinstrumenten aller Art. Wir greifen uns zwei Sandwiches, die laut der Verkäuferin jetzt gut eine Woche alt sind, und was zu trinken. Mal schauen ob wir ein geeignetes Plätzchen für unser Mahl entlang der Strasse finden.

Zunächst finden wir eine sehr bunte Garage, wo jemand Sachen aus den 50er zusammen getragen hat. Hauptbestandteil ist sein Oldtimer, mit dem er schon etliche Preise abgeräumt hat. Wer anhält und in seine Garage kommt, ist quasi gefangen, denn ein Schild weisst darauf hin, das man doch als Familie 10 Dollar spenden soll, damit er seine Arbeit fortsetzen kann. Nun gut, was bleibt uns übrig.

Oldtimer Garage

Schlußendlich essen wir unsere Sandwiches im Auto an einem Sandstrand, wo drei Angler halb im Wasser stehen und Ihr Glück versuchen. Sie gehen auf Meeres Forelle (Sea Trout). Es wär dieses Jahr aber ein sehr schlechtes Jahr. Und alles was an Fischen da gewesen wäre, hätten sich die Robben geholt.

Angler
Sandstrand

An unserem Zielort in Port aux Basque suchen wir unsere Unterkunft, können sie aber nicht finden. Wir müßen eh tanken und fragen an der Tankstelle nach dem Weg. Irgendwie werden wir dahin geschickt, wo wir schon waren. Gut, nächster Versuch.

Wir finden unser B&B Right of da Boat. Das ganze Haus steht offen, was hier üblich ist, und es ist niemand zu finden. Ich schau mich überall um. Da es gerade 15 Uhr ist und wir laut Reservierung erst ab 16 Uhr anreisen können, drehen wir noch eine Runde.

Unser Weg führt uns ins Visitor Center. Dort gibt es die entsprechenden Infos, eine Karte, sowie leckere Bonbons. Isle aux Morts sieht nicht schlecht aus und ist auch nicht ganz so weit, also fahren wir erstmal da hin und ich mache ein paar Bilder.

Right of da Boat Unterkunft der zweite Versuch. Auch gegen 16:30 Uhr noch das gleiche Bild. Haus offen, aber niemand da. Ich such im Haus das Telefon, um damit quasi hier anzurufen und zu sagen wir seien da. Gute Idee, macht halt wenig Sinn, da ja niemand zu Hause ist :smile: . Anja bemerkt, das in dem zweiten Visitenkartenständer, mit einem Sanitär und Heizungsladen, der gleiche Name angegeben ist, wie für unser B&B. Und das dort eine mobil Nummer zu finden ist. Der Anruf klappt dann und wenige Minuten später ist George da, und zeigt uns unser Zimmer. Nun ja, wir hatten schon schönere Zimmer. Das Right of da Boat liegt quasi am Rande des Industriegebietes, bzw. da wo alle Autowerkstätten angesiedelt sind. Laut Beschreibung hätten wir Bergblick. Ist aber eher ein Hügel.

Kaum war George wieder weg, klopft es bei uns an der Tür. Weitere Gäste mit dem gleichen Problem wie wir. Keiner zu Hause. Ich sag Ihnen Sie sollen die Nummer auf der Visitenkarte anrufen, die sie im Haus finden. Gleicher Spaß wie bei uns. Es klingelt halt im Haus, wo keiner zu Hause ist.

Als die anderen gerade wieder wegfahren wollen, geh ich nochmals raus und erklär, das Sie den Sanitär Menschen auf dem Handy anrufen sollen. Nachdem Sie erst seinen Partner erwischen klappt es endlich.

Zum Essen ist es noch etwas zu früh, womit wir nach Margaree fahren. Die Landschaft hier sieht fast so aus wie in den schwedischen Schären.

Fast wie in den Schären

Wenige Fotos später geht es weiter ins Seashore Restaurant. Anja nimmt Salat vorweg, und ich Cod Tongues (Kabeljau Zungen). Hauptgang ist ein gemischter Meeresfrüchtekorb, sowie eine Fischermanns Platte, jeweils mit Pommes Frites. Beides war nicht schlecht, aber viel zu viel. Dessert ist demnach auch entfallen.

Wir bezahlen und werden beim gehen auf englisch angesprochen, ob wir aus Hamburg kommen. Auf Anja’s Tasche steht nämlich Hamburg. Wir klären die Situation und lernen Debbie und Tom aus Indianapolis kennen. Sie sind hier mit Ihrem Camper unterwegs. Ende August fliegen Sie nach Hamburg und wollten nun wissen was man dort machen kann. Zufällig nehmen sie morgen die gleiche Fähre wie wir. Wir verabreden uns daher für morgen auf der Fähre.

In der Stadt ist eine öffentliche Bühne, auf der jeden Abend Musik ist. Daneben ein paar Verkaufsstände, die aber gegen 20 Uhr schon alle geschlossen hatten. Erst laufen wir ins Ort, dann nehmen wir doch wieder das Auto und fahren noch zu dem einen Leuchtturm. Nach ein paar Bildern geht es dann zurück in unser B&B.

Bühne in Port aux Basques
Leuchtturm
Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2018-06-25-neufundland-2018
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