Cape Norman

Der gestrige Tag fing mit Regen an. Zuerst ging es hier wenige Meter weiter ins Norstead Viking Village. Für eine Führung hatten wir allerdings aufgrund des Regens nicht recht Lust. Also beschränkten wir uns in dem Visitor Center auf die Suche nach einer Landkarte der Umgebung. Damit ausgestattet ging es dann per Auto weiter.

Ziel war das Cape Norman Lighthouse, was der nördlichste Leuchtturm von Neufundland ist. Anfahrt war leicht abenteuerlich auf einer breiten Schotterstrasse. Es war auch nicht ganz klar ob es der richtige Weg war, und ob man da wirklich fahren durfte. Landschaft recht karg nur Felsen und Geröll. Bei dem regnerischen Wetter also alles mehr oder weniger grau in grau.

Direkt am Leuchtturm kam auch gleich der Leuchtturmwärter auf uns zu und ich dachte schon jetzt gibts eine Belehrung. Aber nein, ganz im Gegenteil, er fing direkt an sich mit uns zu unterhalten. Wo wir denn her kämen, oh aus Deutschland, ja das hätte er schon am Akzent erkannt. Er käme ja direkt aus der nächsten Gemeinde hier. Ah ja, erwiederte ich, das hätte ich ebenfalls an seinem Akzent erkannt. Herzhaftes lachen.

Er kümmert sich hier um die Technik und ist wie die meisten hier sonst als Fischer unterwegs. Wir fragten Ihn nach den Gärten, die wir hier überall entlang der Strasse gesehen hätten. Die haben hier alle und ziehen sich dort Ihr komplettes Gemüse. Die Gärten sind so weit von der Küste weg, weil es dort wärmer ist und die Erde dort meist besser bzw. überhaupt welche vorhanden ist.

Er selbst hat 8 solcher kleiner eingezäunter Gärten. Das Gemüse wird dann in den Root Cellar eingelagert. Unterirdische Keller, quasi unser Kartoffelkeller.

Er meinte noch das manchmal viel los sei am Leuchturm. 20-25 Leute am Tag. Manchmal kämen aber auch nur 8 Leute. Ich schlug ihm vor, doch ein Kaffe dort aufzumachen. Wäre ja eine coole Location, grad mal 18 Meilen von Labrador weg, was man von hier aus auch sehen kann. Bei Nebel allerdings mit Vorsicht zu geniesen, da hier auch zwei Nebelhörner postiert sind, die automatisch bei geringer Sicht los legen. Wir verabschieden uns und fahren die Schotterstrasse zurück.

Irgendwo soll hier ein altes Wrack liegen. Genauer in North Boat Harbour. Ein Schoner der 1907 hier gestrandet sei. Wir finden es. Es ist minimal was für Besucher gemacht, was auch langsam verfällt, ansonsten liegt das Wrack quasi einfach so am Strand rum, bzw. das, was nach über 100 Jahren noch da ist. Scheint wohl nicht groß erhaltenswert zu sein und wird wohl irgendwann komplett verschwunden sein.

Auf dem Rückweg fotografieren wir noch einige der Gärten und machen uns dann auf ins Dark Tickle Co. Wild Berry Économusée. Vor dem Besuch gehen wir aber noch einen Stock höher ins Cafe Nymphe. Sehr schön gemacht. Dort gönnen wir uns eine Pizza, die frisch gemscht wird, und daher auch fast 30 Minuten dauert.

Tja, das Dark Tickle Co. Wild Berry Économusée ist eigentlich mehr oder weniger ein Andenken Laden. Es hängen diverse Erklärungen zu den verschiedenen Wild Beeren in Neufundland an den Wänden, die man sich durchlesen kann und dann auch die verschiedenen Marmeladen probieren kann, die hier hergestellt werden. Ein Museum, was wir uns eigentlich vorgestellt hatten war es nicht. Ich hab mir zumindest eine Neufundland Kappe gekauft.

Die Bake Apple (zu deutsch Moltebeere) Marmelade werden wir veruschen woanders zu bekommen. Bake Apple gibt es übrigens nur hier und in den nördlichen Regionen, wie Norwegen. Jede Pflanze hat auch nur eine Beere. Daher ist es sehr mühselig diese Beeren zu ernten und entsprechend teuer. Aber allerdings tatsächlich sehr lecker.

Zurück ins B&B und erstmal wieder was für den Blog geschrieben. Erstmalig auch die Bilder des Zeitraffers der Sterne der vergangenen Nacht angeschaut. Wow, nicht nur die Sterne kommen gut raus, ich hab sogar den Polarstern direkt mittig im Bild und noch viel unglaublicher, es sind Polarlichter zu sehen. Wahnsinn, mir war nicht bewußt, das man hier auch Polarlichter sehen kann.

Kleiner Wemutstropfen: Der Zeitraffer wird am Schluß nur so 8 Sekunden lang sein. Ich hätte halt statt zwei Stunden eher vier oder noch mehr Stunden aufnehmen sollen. Und ich hab um 1 Uhr beim abbauen, schlaftrunken wie ich war, die Polarlichter tatsächlich verpasst. Gut, dann steht das noch auf meiner Liste: Polarlichter einmal Live erleben.

Dann auf ins Northern Delights, wo wir vorher schon reserviert hatten. Es gab eine Rinderbrühe mit Gemüse vorweg, welche sehr lecker war. Als Hauptspeise hatten wir uns den Heilbut raus gesucht. Der war uns leider etwas zu trocken. Nachtisch einmal ein Sticky Pudding und erneut ein fritiertes Eis. Mit den zwei Restaurants zuvor konte das Northern Delights nicht mithalten.

So nahm dann auch dieser graue Tag sein Ende.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2018-06-25-neufundland-2018
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