Rekordfahrt

Gestern ging es über den Kanal nach Frankreich. Angepeilt wurde Calais, bzw. Boulogne Sur Mer. Wir machten es von Wind und Strömung abhängig. Abfahrt war mit 6 Uhr angesetzt, da da gerade noch genug Wasser in der Hafenausfahrt von Brighton vorhanden war.

Bereits in den frühen Morgenstunden, die Südküste Englands entlang, konnten erste Top Speed Erfolge verbucht werden. Gleich zwei Rudergänger, der Allmendfeld Wache, erreichten erst 12,2 und dann 12,4 Knoten, bei Wagners Wallküre, bzw. der Titelmusik von Das Boot aus den Außenlautsprechern. Für den Skipper, der sich für die Mittagsschicht vorbereitet natürlich eine Schmach.

Danach ging es dran den Kanal zu überqueren und hierbei die Regeln beim queren von Schiffstrennungsgebieten einzuhalten. D.h. im 90 Grad Winkel zu queren.

Bereits im Mittelstreifen des Kanals wurden erste Berechungen angestellt, was die Segelstellung für die letzte Etappe anging. Der Skipper, seit dem Mittagessen (selbstgemachte Kartoffelsuppe Version 1) selbst am Ruder, hatte da so ein Gefühl. Die Crew wurde gewarnt alles zu sichern incl. sich selbst und die Video Dokumentation wurde vorbereitet. Die Richtungsänderung am nächsten Wegepunkt sollte der Startschuß für einen weiteren Top Speed werden.

Der letzte Wegepunkt wurde passiert, noch zwei Frachtschiffe mussten passieren, Wagners Wallküre wurde eingespielt. Dann endlich war es soweit, Kursänderung. Bereits wenige Minuten später war klar, das wird nix. Kein Speed, die komplette Crew am lästern.

Etwas später dann eine kleine Kursanpassung und Regeländerung beim durchqueren von Trennungsgebieten. Der Skipper war auf Rekordjagd. Die Kombüse meldete Aquarium (Anmerkung: Bullaugen sind dicht.)

11 Knoten, 12 Knoten, dann endlich 12,2 eingestellt. Zahlreiche Versuche später fielen auch 12,4 Knoten. Aber wer teilt sich schon gerne den ersten Platz. Weiter ging es bis endlich die 12,5 Knoten bzw. sogar 12,6 Knoten kurz auf der Anzeige standen. Rekord mit Ansage und Videobeweis erfolgreich abgeschlossen. Dank an die komplette Crew.

Mittlerweile hatten wir Boulogne Sur Mer als Ziel fest gelegt. Die Fahrt dahin verlief weitestgehend ebenfalls mit mehr als 10 Knoten.

Neben den Top Speed war auch unsere zurückelegte Strecke mit 104 Seemeilen die längste auf diesem Törn. Im Hafen gab es eine lecker selbstgemachte Kartoffelsuppe, mit weniger schmackhaften Würstchen aus England. Den Abend verbrachten wir an Bord.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2014-06-07-englischer-kanal-2014
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