Kürzester Linienflug der Welt

Gestern Mittag ging es mit der Fähre nach Papa Westray. Dort wanderten wir an der nicht ganz so hohen Steilküste entlag, bis wir an den Abzweig zum Airfield gelangten. An der Straße lag auch das Community Center, bestehend aus einem Lebensmittelladen und einer Art Jugendherberge mit zwei Doppelzimmmer, zwei Küchen und einem Aufenthaltsraum. Dort war Selbstversorgung angesagt. Sprich Kaffee mußten wir selbst kochen und danach auch abspülen. Es stand auch noch etwas Kuchen bereit. Für das ganze wurde dann eine freiwillige Spende erwartet.

Auf dem Weg zu unserem Flug ging es dann noch in ein kleines Heimatmuseum, mit Alltagsgegenständeh aus längst vegangenen Zeiten.

Das Flughafengebäude ist eher eine kleine Hütte, bestehend aus Warteraum, Toilette, Abstellraum und einer Garage. Bis 10 Minuten vor Abflug waren wir weit und breit die einzigen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Geländewagen kam an und fuhr direkt die Startbahn einmal ab, wahrscheinlich um zu checken, das sie in Ordnung ist. Ein zweiter Wagen hielt vor der Garage und hängte den darin befindlichen Feuerwehranhänger an. Dann zogen sich die beiden Fahrer die Feuerwehrklamotten über.

Kurze Zeit später landete dann die zweimotorige Propellermaschine. Der erste Passagier, der ausstieg, war ein Hund, der seinem Verhalten zu urteilen den Flug schon öfter gemacht hatte, da er direkt ins Flughafengebäude entschwandt.

Nach einem Gruppenbild gingen wir an Bord, und der Pilot machte seine Sicherheitsanweisung. Er wies uns darauf hin, das wir uns während des Fluges frei bewegen könnten, allerdings rechtzeitig zur Landung wieder auf unseren Plätzen sein müßten. Es würde als Film dann auch Ben Hur gezeigt werden. Die Frage ob es irgendwelche Getränke während des Fluges gäbe, beantwortete der Pilot mit “Ja, aber erst in 30 Minuten”.

Da die Maschine nur 8 Plätze hat, und der Flug nur knapp 2 Minuten dauert, war das alles nur ein Spaß, den sich der Pilot erlaubte, als er uns zum kürzesten Linienflug der Welt, nach dem Guinness Buch der Rekorde, begrüßte.

Gleich nach dem Start auf Papa Westray, kam auch schon wieder die Landung auf Westray. Gelandet wurde auf der Grasbahn und kurz bevor wir in die Weide mit Kühen rauschten, gings links rum zum Terminal. Die gleiche Hütte wie beim Startflughafen. Der Pilot überreichte uns dann noch die Urkunden, dass wir diesen Flug gemeistert hatten, lud die Post aus, und machte sich wieder auf den Weg.

Das Bodenpersonal stieg dann wieder in die Privat PKWs und nahm uns freundlicherweise mit an den Hafen.

Abends ging es dann ins örtliche Pierowall Hotel zum Abendessen.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2013-05-19-orkneys-2013
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