Full Contact Fishing

Pünktlich gegen 09:00 Uhr kommt Shirley vorbei und holt uns ab. Es geht zum Hafen, wo Grant bereits das Boot startklar gemacht hat. Die Downrigger zum fischen sind bereits montiert. Wir fahren erstmal zum tanken. Dort gibts für Anja und mich auch eine drei Tages Lizenz zum fischen. Evtl. solls den nächsten Tag nochmal raus gehen. Fischen ohne Lizenz, kann für den den die Lizenz hat und den anderen fischen läßt eine Strafe bedeuten.

Voll getankt gehts erstmal zu der Stelle, an der wir die Krabben Falle versenken. Das ist ein geschlossener runder Drahtkorb, mit zwei Eingängen. In den Korb kommen der Kopf und Schwanz unseres ersten Lachs. Dann wir die Falle auf den Grund gelassen und mit einer kleinen Boje markiert. Leider werden die Fallen immer öfter von Fremden geräubert, die sich nicht die Arbeit mit dem Köder machen wollen.

Da wir noch endlos Zeit bis zum perfekten Wasserstand haben, machen wir eine wunderbare Bootstour, durch die endlose Insellandschaft von Vancouver Island. Vor Pender Island gehts dann los mit dem fischen. Wir tuckern langsam vor der Steilküste endlang. Mit uns noch rund 5 andere Boote. Einmal runter, dann wenden und die gleiche Strecke zurück. Weit und breit nichts. Auch keines der anderen Boote hat auch nur annähernd irgendwas gefangen. Wir packen wieder ein und wollen unser Glück an der Stelle probieren, an der wir beim letzten mal erfolgreich waren.

Das gleiche Spiel von neuem. Angeln vorbereiten, Schnur an das Stahlseil der Downrigger mit den Kanonenkugeln einklippen, und diese dann auf die gewünschte Tiefe runter lassen. Ich bezieh schonmal Stellung und rück mir einen Campingstuhl zurecht. Irgendwann ist es dann soweit. Die Rute zuckt zwei, dreimal nach unten. Ich informier Grant und Blitzschnell fäng er an zu leiern. Es ist wieder ein Shinook, mit der gleichen Größe wie beim letzten Mal. Jetzt wo wir unser Abendessen gesichert haben, ist der nächste Fisch der meine.

Es geht wieder auf und ab am Ufer entlang. Und da ist es wieder. Die Rute zuckt zwei, dreimal und verliert dann komplett die Spannung. Oh nein. Ich habs wieder als erster bemerkt und informier Grant. Der reist die Rute aus der Halterung, reisst kurz an und übergibt sie mir. Tatsächlich, der Fisch hängt noch dran. Ich leier wie bekloppt. Wow. Der Lachs kommt an die Oberfläche und springt mehrmals kommplett aus dem Wasser. Ich geh mehrmals davon aus das ich ihn verloren hab. Da die Haken keine Wiederhaken haben, ist das leicht möglich. Grant brüllt nur ich solle leiern, leiern, leiern. Ich hab ihn am Boot. Grant packt das Netz und da ist er sicher gelandet. Ein Prachtbursche. Größer als die beiden zuvor. Ca 70cm lang und 11-12 Pfund schwer. Als Bonus stellt sich auch heraus, dass es ein Wildlachs ist. Die anderen stammten alle von einer Aufzuchtstation.

Nun wäre Anja dran, aber es wird langsam zu spät. Wir müßen noch die Krabbenfalle bergen. Unsere Boje ist leicht auszumachen, allerdings bekomme ich sie bei der ersten Anfahrt nicht richtig zu fassen. Neue Anfahrt und los geht es mit der Leine einholen. Und da kommt sie auch schon an die Wasseroberfläche, voll mit Krabben. Insgesamt haben wir 6 Stück, wobei wir eine zurück ins Meer werfen, das sie noch zu klein ist.

Ein wahrhaft gelungener Tag. Wir laufen in den Hafen ein. Dort werden die obligatorischen Bilder gemacht, die Lachse ausgenommen und die Krabben geteilt und gesäubert. Daheim landet der kleine Lachs wieder in Alufolie verpackt auf dem Grill, und die Krabben in einem Topf mit kochendem Wasser. Der große Lachs kommt bei unseren Vermietern auf Eis. Er ist für unserer Abschlußfeier gedacht.

Zu viert machen wir fast den ganzen Lachs nieder und vier der fünf Krabben. Sehr lecker.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2008-06-22-kanada-2008
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