Whale Watching

Heute hies es früh aufstehen. Die Whale Watching Tour per Boot (www.stubbs-island.com) fängt bereits um 09:00 Uhr an. Wir sollen 15 Minuten früher da sein, also laufen wir kurz nach 8 von unserem Campingplatz los. Wir haben Glück mit dem Wetter. Die Tage zuvor gab es wohl immer Nebel. Heute ist zwar bedeckt, aber die Sicht ist gut.

Es gibt eine kurze Einführung vom Kapitän und von einer Biologin an Land. Dann geht es mit dem Schiff hinaus. Wir fahren an den kleineren Inseln vorbei und bekommen Seelöwen und Adler zu sehen. Dann etwas weiter weg die Fontäne eines Buckelwals. Wir nehmen Kurs auf den Wal. Gesetzlich ist ein Mindestabstand von 100 Meter vorgeschrieben. Ich denke wir waren sogar etwas weiter weg. Dann erscheint er wieder. Drei, vier, fünfmal holt er Luft, bevor er dann wieder für knapp 10 Minuten abtaucht. Beim Abtauchen kommt auch seine Schwanzflosse (Fluke) aus dem Wasser. Dies ist derzeit wohl auch das eindeutige Erkennungsmerkmal der Tiere. Daher nennt man die Bilder der Fluke auch “ID Shot”.

Der Kapitän gibt durch, das an einer anderen Stelle ebenfalls Wale berichtet wurden. Da keiner was dagegen hat drehen wir ab. An der zweiten Stelle iste bereits ein Wahlbeobachtungsboot in Stellung gegangen. Das Wasser kocht geradezu. Hunderte von Delfinen tummeln sich im Wasser und ärgern einen jungen Buckelwal. Unsere Biologin nennt das “Brainfood”, also einfach Beschäftigung für das Gehirn der Delfine. Die Mutter des Jungwals läßt auch nicht lange auf sich warten. Sie kommt um ihren kleinen zu erlösen. Der verliert schon sichtlich die Nerven. Das ganze ist ein beeindruckendes Schauspiel, was es wohl nur selten in der Art zu sehen gibt. Die Ansammlung der Delfine löst sich langsam auf und wir nehmen den Kurs, den wohl auch die Wale genommen haben.

Plötzlich nur 10 - 20 Meter neben dem Boot taucht ein Buckelwal auf. Sofort wird der Motor abgestellt. Das ist eigentlich schon zu Nahe. Aber nach Auskunft der Biologin scheren sich die Wale recht wenig darum, ob irgendwas an der Wasseroberfläche ist, wenn sie auftauchen. Daher kommt es auch immer wieder zu Verletzungen, durch Schiffsschrauben. Und das sohl beim Wahlbeobachten halt nicht passieren. Der Wal, wohl ein alter Bekannter, passiert uns und liefert den perfekten Abgang. Die Fluke ist wunderbar zu erkennen.

Weiter vor uns taucht noch ein Buckelwal auf, der wohl noch zu den unbekannten gehört. Sprich er ist in dem Gebiet noch relativ neu. Die Fahrt geht wieder zurück zum Hafen. Vorbei ein wunderschönen kleinen Inseln. Die Biologien gibt unter Deck nochmal eine kleine Zusammenfassung aller Beobachtungen und weißt auf die Verschmuzung der Meere hin. Insgesamt dürften wir so 200-300 Delfine und 5 Buckelwale zu gesicht bekommen haben. Es hat sich also gelohnt.

Nach der Tour genehmigen wir uns erstmal ein Seafood Showder, in dem Restaurant am Steg. Da es noch früh ist, entschliessen wir uns noch zu einem Abstecher zu Port Hardy.

Port Hardy hat auch nicht allzuviel zu bieten. Da der nächste Tag Kanada Tag ist, haben einige wohl schon zum Mittag geschlossen. Wir sehen noch ein paar Adler und machen Bilder. Vor dem Rückweg gehen wir noch einkaufen und tanken. Beim tanken treffen wir einen Mann mit anscheinend seinem Sohn, die mit einem Ural Gespann zwei Wochen nach Alaska wollen. Nach seiner Aussage wär das Gespann schon hinreichend erprobt, und bislang sei noch nichts kaputt gegangen.

Wieder auf unserem Campingplatz beginn ich damit unser Holz fürs Campfire aufzuschichten. Kurz darauf kommt gleich eine Nachbarin von gegenüber und bringt mit ein Beil vorbei. Damit würde es besser gehen. Wie wahr. Die riesen Scheite lassen sich ohne Mühe zerkleinern.

Zum Abendessen gibts kleine Jacobsmuscheln, ein T-Bone Steak sowie Maiskolben von unserem kleinen Hibachi Grill. Den Abend lassen wir nun gemütlich am Lagerfeuer ausklingen, das endlich mal gescheit brennt.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: 2008-06-22-kanada-2008
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